Lafontaine-Comeback: Machtkampf in der Linken

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Wird Oskar Lafontaine wieder Parteichef der Linken?

Berlin - Lange fand die Führungsdebatte bei der Linken weitgehend hinter den Kulissen statt. Jetzt ist sie offen ausgebrochen. Lafontaine, Bartsch und Ramelow werden als potenzielle Nachfolger von Lötzsch und Ernst an der Parteispitze gehandelt.

Die Führungsdebatte bei der Linken weitet sich aus. Der sächsische Parteichef Rico Gebhardt brachte am Dienstag den thüringischen Fraktionsvorsitzenden Bodo Ramelow und den stellvertretenden Bundestagsfraktionschef Dietmar Bartsch als potenzielle Nachfolger der Doppelspitze Gesine Lötzsch/Klaus Ernst ins Gespräch. Auch Ex-Parteichef Oskar Lafontaine bekam weitere Unterstützung.

Fraktionschef Gregor Gysi hatte in der vergangenen Woche erklärt, dass der 67-jährigen Saarländer in einer “Notsituation“ zu einer Rückkehr auf die bundespolitische Bühne bereit sei. Mit dieser Äußerung hatte Gysi die seit den Wahlschlappen der Linken in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz weitgehend hinter den Kulissen laufende Personaldebatte in die Öffentlichkeit getragen. Lötzsch hatte ihm daraufhin übertriebenen “Spieltrieb“ vorgeworfen und eine Rückkehr zu den Sachthemen gefordert - vergeblich.

Oskar Lafontaine: Seine politischen Stationen

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Der Chef des mit rund 12 000 Mitgliedern größten Landesverbandes der Linken, Gebhardt, heizte die Personaldebatte in einem Interview der “Freien Presse“ (Chemnitz) weiter an. Für ihn sei vorstellbar, dass sich eine Mehrheit der Linkspartei hinter Ramelow und Bartsch versammele. Sie würden für einen Kurs der Öffnung und der Offenheit stehen.

“Mit Menschen wie ihnen können wir auch bürgerliche Kreise erreichen, die ansonsten um die Linkspartei einen Bogen machen“, sagte Gebhardt. Er habe Verständnis für die Unzufriedenheit in seiner Partei, denn die versage sich konstruktiven Anregungen und bleibe eigene Anstöße schuldig.

Der stellvertretende Bundestagsfraktionschef Ulrich Maurer kritisierte Gebhardt in der “Leipziger Volkszeitung“ (Mittwoch) scharf. “Durch das Singen von Klageliedern und die Verteilung von Schuldzuweisungen kommen wir nicht weiter“, sagte Maurer. “Noch so schlaue Fragen ersetzen keine konstruktiven Antworten. Schon gar nicht, wenn in Wirklichkeit damit verdeckt personale Machtkämpfe ausgetragen werden, wie es der sächsische Vorsitzende Gebhardt jetzt getan hat.“

Auf die Frage nach einem eventuellen Spitzenkandidaten Lafontaine für die Bundestagswahl 2013 sagte Maurer: “Ich bin sicher, dass wir im Wahlkampf 2013 mit Lafontaine rechnen können.“

dpa

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