Lindner: Deutschland droht Rentner-Republik zu werden

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FDP-Chef Christian Lindner. Foto: Lukas Schulze

Berlin (dpa) - Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner hat vor einer Überstrapazierung des Sozialversicherungssystems gewarnt.

"Ich habe die Befürchtung, dass Deutschland eine Rentner-Republik werden könnte, weil die Politik sich darauf konzentriert, vor allen Dingen die Bedürfnisse und Interessen der Älteren zu bedienen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur (dpa). "Bei allem Respekt vor der Lebensleistung der Älteren: Wer sich nur auf die eine Zielgruppe konzentriert, um Wahlen zu gewinnen, der versündigt sich an den Kindern und Enkeln genau dieser Wähler." Das Sozialversicherungssystem müsse auf ein neues Fundament gestellt werden, damit es finanzierbar bleibe.

Lindner sprach sich dafür aus, dass Arbeitnehmer zwischen 60 und 70 Jahren vollkommen flexibel selbst entschieden können, wann sie in den Ruhestand gehen. "Wer länger einzahlt, hat eine höhere Rente, wer kürzer einzahlt, eine niedrigere", sagte er. Zudem solle jeder nach Eintritt in den Ruhestand ohne bürokratische Hürden hinzuverdienen können, was er will. Viele wollten ja in der Rente noch für eine halbe Stelle zur Verfügung stehen oder einen 450-Euro-Job machen.

Bei der Zuwanderung neuer Arbeitskräfte setzt Lindner auf das kanadische Punktemodell. Bei einem Zuwanderungswilligen werde nach einem bestimmten Punktesystem bewertet, welche Qualifikation und Sprachkenntnisse er habe. Sobald er eine bestimmte Punktzahl erreicht habe, könne er einwandern: "Wir freuen uns, dass Du da bist, hier ist Deine Aufenthaltsgenehmigung, hier ist Deine Arbeitserlaubnis, und wir würden uns auch sehr freuen, wenn Du deutscher Staatsbürger werden würdest." Das sei angesichts der demografischen Entwicklung in Deutschland offensive Einwanderungspolitik.

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