Maike Kohl-Richter

Frau von Helmut Kohl: "Ich war kein Groupie"

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Maike Richter-Kohl, die mehr als 30 Jahre jüngere Frau von Altkanzler Helmut Kohl, hat in einem Interview erstmals über ihre Beziehung zu ihrem Mann gesprochen.

Berlin - Die Ehefrau von Altkanzler  Helmut Kohl (CDU), Maike Kohl-Richter, hat erstmals in einem Interview über ihre Beziehung zu ihrem Mann gesprochen.

"Ich war kein Groupie" von Kohl, sagte sie im Gespräch mit der "Welt am Sonntag" zu Kritikern, die ihr genau das unterstellen. Kohl-Richter kritisierte auch den Umgang der CDU mit ihrem Mann im Zuge des Parteispendenskandals.

Die 50-jährige Richter ist seit 2005 offiziell Kohls Lebenspartnerin. Die promovierte Volkswirtin kam 1994 ins Wirtschaftsreferat des Kanzleramts, wo sie für Kohl Reden schrieb. Seit dem schweren Unfall des Altkanzlers vor fünf Jahren lebt das Paar zurückgezogen in dessen Haus bei Ludwigshafen.

Kohl-Richters Beziehung zu ihrem mehr als 30 Jahre älteren Mann sorgte für viele Diskussionen; manche warfen ihr vor, das öffentliche Bild des Altkanzlers kontrollieren zu wollen. Die gebürtige Siegenerin nahm zu der Kritik bislang nie öffentlich Stellung.

Kohl-Richter: Betroffen über manche Berichte über sie

Kohl-Richter zeigte sich in dem Interview betroffen über manche Berichte über sich: Am meisten verletze sie "dieses schlichte Bild einer Frau, deren ganzes Leben darin bestanden haben soll, an Helmut Kohl heranzukommen. Das ist eine absurde Geschichte".

In dem Gespräch kritisierte Kohl-Richter auch den Umgang der CDU mit ihrem Mann im Zuge des Parteispendenskandals: Ihr Mann habe gegen das Parteiengesetz verstoßen, als er von 1993 bis 1998 anonyme Spenden entgegengenommen und diese nicht ordnungsgemäß im CDU-Rechenschaftsbericht eingestellt habe. Mit einer Strafzahlung der Partei an die Bundestagsverwaltung sei dieser Fehler aber abgegolten. "Mein Mann hat sich nicht persönlich bereichert, seine Politik war nicht käuflich, er hat es nicht für sich getan", hob sie hervor.

Umgang mit Kohl empfindet sie als  "menschlich furchtbar"

Den Umgang mit ihrem Mann habe sie "gemessen an dem Fehler, den er gemacht hat" als "menschlich furchtbar" empfunden. Letztlich habe die CDU ihrem langjährigen Vorsitzenden "Unrecht" getan und selbst am meisten Schaden genommen. "Man hätte Helmut Kohl besser in der Mitte der Partei gelassen."

Unter vier Augen habe ihr Mann einmal über die Spendenaffäre gesagt: "'Die war sehr deutsch, sehr deutsch in dem, wie einer verfolgt wird. Es war blanke Rache. Es kommt gar nicht darauf an, was einer gemacht hat, sondern wie es dargestellt wird.'" Und was Finanzierungsfragen angehe, sei aus ihrer Sicht "wohl keine Partei besser als die andere" gewesen.

Seitdem sich ihr Mann 2008 bei einem Sturz auf der Kellertreppe ein Schädel-Hirn-Trauma zuzog, sei das gemeinsame Leben "jeden Tag eine Herausforderung", sagte Kohl-Richter. Seine Genesung habe sie nicht erwarten können: "Dass mein Mann noch da ist, dass er auch geistig voll da ist, dass wir das Leben teilen können", all das halte sie heute für "ein Wunder".

Der Unfall habe beide "mitten in den Planungen für unser gemeinsames Leben" getroffen, sagte Kohl-Richter der Zeitung. Die Heirat drei Monate später sei "eine bewusste Entscheidung" gewesen: "Es war bei allem Unglück eine wirklich schöne, glückliche Hochzeit."

AFP

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