De Maizière: Bundeswehr auch nach 2014 in Afghanistan

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Laut Verteidigungsminister Thomas de Maizière wird die Bundeswehr auch nach 2014 noch mit Soldaten in Afghanistan präsent sein.

Berlin - Laut Verteidigungsminister Thomas de Maizière wird die Bundeswehr auch nach 2014 noch mit Soldaten in Afghanistan präsent sein. Er mahnte zu "strategischer Geduld". Seine Gründe:

“Wir werden sehr lange Soldaten in Afghanistan haben, auch nach 2014“, sagte de Maizière am Dienstag auf der neunten Handelsblatt-Sicherheitskonferenz in Berlin. Zugleich warnte er vor einem überhasteten Abzug der Bundeswehr vom Hindukusch. Ähnlich äußerte sich Generalinspekteur Volker Wieker.

De Maizière mahnte mit Blick auf das neue Afghanistan-Mandat, es dürfe keine “übertriebene Verkleinerung“ des Kontingents nur aus “politischer Symbolik“ geben. Damit bezog er eine andere Position als das Auswärtige Amt, das mit Blick auf den bis 2014 geplanten vollständigen Truppenabzug nun schon bereits zum Jahresende einen ersten deutlichen Reduzierungsschritt erreichen möchte. Hintergrund ist die neue Afghanistan-Konferenz Anfang Dezember in Bonn.

Bundeswehr erinnert an internationale Verpflichtung

De Maizière mahnte zur “strategischen Geduld“. Eine Truppenreduzierung dürfe weder die bisher erreichten Erfolge noch die Sicherheit der deutschen Soldaten gefährden, sagte er. Beim neuen Mandat müsse auch berücksichtigt werden, dass die Vereinigten Staaten einen Teil ihrer Truppen abziehen werden, darunter 900 Mann aus dem von Deutschland verantworteten Norden des Landes.

Was dürfen deutsche Soldaten in Afghanistan?

Was dürfen deutsche Soldaten in Afghanistan?

Wieker erinnerte daran, dass die Bundeswehr nach wie vor abhängig von US-Unterstützung sei. Auf der anderen Seite stelle Deutschland mit dem großen Feldlazarett im nordafghanischen Masar-i-Scharif sowie den Transall-Transportflugzeugen die medizinische Betreuung und Logistik für andere Verbündete sicher. “Die anderen sind genauso von uns abhängig“, sagte der Generalinspekteur. Das müsse bei allen Planungen berücksichtigt werden. Zudem stelle Deutschland die gesamte Führungskoordination im Norden Afghanistans.

Afghanistan-Mandat bis Ende Januar befristet

Der Bundestag hatte zuletzt im Februar einer Aufstockung des Bundeswehr-Kontingents auf 5.350 Soldaten beschlossen. Davon sind 350 Männer und Frauen als “flexible Reserve“ vorgesehen. Das ISAF-Mandat ist auf ein Jahr bis zum 31. Januar 2012 befristet. Zum Jahresende soll die Truppenstärke der Bundeswehr in Afghanistan erstmals wieder verringert werden. Konkrete Zahlen sind noch nicht genannt.

Bis Ende 2014 wollen die afghanischen Behörden die Verantwortung für die Sicherheit im Land vollständig übernehmen. Das gilt als Voraussetzung für den Abzug der internationalen ISAF-Truppen. Derzeit stellen 48 Nationen Truppen am Hindukusch.

dapd

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