McAllister: Castor-Ankunft am 1. Advent

Gorleben/Hannover - Der Castor-Transport nach Gorleben soll nach Angaben von Ministerpräsident David McAllister zum 1. Advent das Zwischenlager erreichen.

McAllister bestätigte am Dienstag in Haldensleben, dass als Ankunftstermin für die elf Atommüllbehälter Sonntag der 27. November vorgesehen ist. Angesichts der Verzögerungen früher Transporte durch Demonstration, hieß es im Innenministerium in Hannover, es sei auch eine spätere Ankunft möglich. Starten soll der Transport demnach am Abend des 24. November in Frankreich.

Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) unterrichtete das Landeskabinett in Haldensleben bei einer auswärtigen Sitzung über seine Zustimmung zur Einlagerung der elf weiteren Behälter im Zwischenlager. McAllister sagte anschließend: “Der Castor-Transport wird stattfinden, die rechtlichen Voraussetzungen dafür sind erfüllt.“ Man freue sich aber nicht über den Transport. Dieser sei eine “besondere Belastung für das Land“.

Atomkraftgegner erstatteten unterdessen gegen Sander Strafanzeige wegen dessen Zustimmung zur Einlagerung der weiteren Castoren. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace und die Bürgerinitiative (BI) Lüchow-Dannenberg warfen dem FDP-Politiker “unerlaubte Freisetzung ionisierender Strahlen“ vor und erklärten, sie hätten der Staatsanwaltschaft Lüneburg entsprechende Anzeigen zugesandt.

Am Zwischenlager Gorleben waren bis zum Sommer erhöhte Strahlenwerte gemessen worden und die Behörden hatten eine Überschreitung des Strahlengrenzwertes von 0,3 Millisievert pro Jahr befürchtet. Danach wurden in der Castor-Halle Behälter umgeräumt. Nach erneuten Messungen und Berechnungen kam das Umweltministerium zu dem Schluss, dass auch bei Einlagerung elf weiterer Behältern lediglich eine Jahresdosis von 0,235 Millisievert zu erwarten sei.

Anzeigen ziehen Strahlenprognose in Zweifel

Die Strafanzeigen von Greenpeace und der Bürgerinitiative (BI) Lüchow-Dannenberg wenden sich gegen die Strahlenprognose des Ministeriums. Für die Zustimmung zur Einlagerung habe Umweltminister Sander die Strahlung am Zwischenlager “heruntergerechnet, bis es passt“, sagte BI-Sprecher Wolfgang Ehmke. Greenpeace warf Sander vor, mit der Zustimmung zur Einlagerung weiterer Castoren eine Überschreitung des Strahlengrenzwertes zu ermöglichen. Die Umweltorganisation hatte höhere Jahreswerte als das Ministerium errechnet.

Bei der Lüneburger Staatsanwaltschaft waren die Anzeigen bis Dienstagnachmittag noch nicht eingegangen. Nach einer früheren Anzeige der BI ermittelt die Behörde wegen erhöhter Strahlung bereits gegen die verantwortlichen Betreiber des Zwischenlagers. Man habe das Bundesamt für Strahlenschutz zunächst um eine fachkundige Stellungnahme zu dieser Anzeige gebeten, sagte eine Sprecherin. Die Stellungnahme liege aber noch nicht vollständig vor.

dapd

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