Mehrheit der Deutschen stimmt Kohl-Thesen nicht zu

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Bundeskanzlerin Merkel hatte herbe Kritik von Altkanzler Helmut Kohl einstecken müssen.

Berlin - Eine Mehrheit der Deutschen teilt einer Umfrage zufolge nicht die Meinung von Altkanzler Helmut Kohl (CDU), Deutschland habe an Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit in der Welt eingebüßt.

50 Prozent der Bundesbürger und 65 Prozent der Unions-Anhänger stimmen entsprechenden Aussagen Kohls nicht zu. 45 Prozent aller Befragten und 34 Prozent der Unions-Wähler gaben Kohl Recht, wie eine am Sonntag veröffentlichte repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid für die “Bild“-Zeitung ergab. Auch Kohls Forderung nach einem Bekenntnis zu Europa und Solidarität mit Griechenland wird nur von 42 Prozent der Bundesbürger geteilt. 50 Prozent stimmen Kohl hier nicht zu.

Das war die Ära Helmut Kohl

Das war die Ära Helmut Kohl

Bei den Unions- Anhängern ist das Meinungsbild mit 51 Prozent für unbedingte Solidarität und 44 Prozent dagegen fast genau umgekehrt. Zugleich sprach sich eine klare Mehrheit von 61 Prozent der Befragten dafür aus, dass die aktuelle Politikergeneration stärker auf den Rat verdienter Staatsmänner wie Kohl und Helmut Schmidt (SPD) hören solle. 33 Prozent halten das nicht für nötig. Auch amtierende CDU-Regierungsmitglieder sehen Kohl auf dem Holzweg.

Merkel lobt Kohl - "Weiterhin vertrauensvoll reden"

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Kritik ihres Vorgängers Helmut Kohl (CDU) an der Außenpolitik ihrer schwarz-gelben Regierung erneut indirekt zurückgewiesen. Sie sagte der “Bild am Sonntag“ unter Berufung auf das außenpolitische Erbe der CDU-Kanzler Konrad Adenauer und Kohl: “Die christlich-liberale Bundesregierung arbeitet auf der Grundlage dieses Erbes: die Freundschaft zu den USA, zu unseren französischen und polnischen Nachbarn, das unmissverständliche Ja zur europäischen Einigung - das sind und bleiben unsere Leitlinien, um die heutigen konkreten Herausforderungen zu meistern.“

Merkels Mimik

Merkels Mimik

Merkel lobte, dass Kohls “Verdienste als Kanzler der deutschen Einheit und europäischen Einigung gar nicht hoch genug eingeschätzt werden können. Davor habe ich höchsten Respekt.“ Merkel kündigte an, sich auch weiterhin mit Kohl persönlich austauschen zu wollen: “Bundeskanzler Kohl und ich haben immer einen Weg gefunden, vertrauensvoll miteinander zu reden. Das wird auch in Zukunft so sein.“ Auf die Frage, ob die Kritik Kohls sie verletzt habe, antwortete die CDU-Chefin: “Nein“.

Der Altkanzler will seine jüngste Kritik am Kurs der Bundesregierung nicht als Abrechnung mit Angela Merkel verstanden wissen, hatte er kürzlich betont.

dpa

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