Kanzlerin nach Massaker von Orlando 

Merkel besorgt über zunehmenden Hass auf Homosexuelle

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Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Berlin - Nach dem Anschlag auf einen Schwulenclub in Orlando im US-Bundesstaat Florida mit 49 Todesopfern hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel besorgt über Hass auf Homosexuelle geäußert.

Sie sei "beunruhigt", dass sich auch in Deutschland die Haltung der Menschen gegenüber Schwulen und Lesben "verändert" habe, "dass eine homophobe Haltung zugenommen" habe, sagte Merkel am Donnerstag in Berlin mit Blick auf entsprechende Studienergebnisse, die am Mittwoch vorgestellt worden waren. "Das ist ein Warnsignal."

"Deshalb will ich noch einmal deutlich machen, dass mein Denken und Handeln davon geleitet ist, dass unser Leben in offenen und freien Gesellschaften vom Respekt gegenüber dem jeweils anderen geprägt sein muss, egal was er glaubt, egal wie er aussieht und egal wen er liebt", sagte Merkel. Sie sei "fest davon überzeugt, dass unsere Gesellschaft stark genug ist, auch diesen bedrückenden Hass zu überwinden und ihm zu widerstehen".

Lesben- und Schwulenverband wandte sich an Merkel

Am Mittwoch hatte der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) Berlin-Brandenburg der Bundesregierung vorgeworfen, nach dem Anschlag von Orlando kein deutliches Zeichen der Solidarität mit Homosexuellen gesetzt zu haben. Der Verband wandte sich mit einem entsprechenden Schreiben an Merkel sowie auch an die Berliner Landesregierung, der sie vorwarf, anders als andere Großstädte keine Sehenswürdigkeit in Regenbogenfarben angestrahlt zu haben.

Am Samstag soll nun das Brandenburger Tor aus Anlass einer Gedenkveranstaltung für die Opfer von Orlando in den Regenbogenfarben erleuchten, wie die Berliner Senatskanzlei mitteilte. Damit sende die deutsche Hauptstadt "ein Signal des Mitgefühls", erklärte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD). "Gewalt und Intoleranz gegen vielfältige Lebensweisen dürfen in unserer Gesellschaft keinen Platz haben."

AFP

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