Merkel: Mehr Migranten in den öffentlichen Dienst

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Bundeskanzlerin Angela Merkel

Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich für die Einstellung von mehr Zuwanderern in den öffentlichen Dienst ausgesprochen

Menschen mit Migrationshintergrund seien dort wirklich unterrepräsentiert, sagte Merkel am Samstag in ihrer wöchentlichen Videoansprache mit Blick auf den Integrationsgipfel der Bundesregierung kommende Woche. “Das muss sich ändern.“ Merkel räumte Hindernisse bei der beruflichen Integration von Migranten ein: “Wenn jemand einen Namen hat, der nicht ganz deutsch klingt, dann ist es oft so, dass er bei bestimmten Berufen Schwierigkeiten hat, im Betrieb überhaupt angenommen zu werden.“

Die “Charta der Vielfalt“ fordere Unternehmen auf, Zuwanderer “wirklich schnell zu integrieren, ihnen eine Chance zu geben“ Die CDU-Chefin hatte vor dem Gipfel im Kanzleramt am 3. November für ihren Videopodcast ein Gespräch mit dem 31-jährigen Berliner Polizisten Erdogan Yildirim geführt. Auch er hatte gefordert, mehr Migranten in Politik und Verwaltung zu integrieren.

Merkel sagte mit Blick auf die Integrationspolitik der kommenden fünf Jahre: “Ich hoffe, dass alle Kinder dann Deutsch sprechen können, wenn sie in die Schule kommen. Und wir wollen es schaffen, dass die Schulabschlüsse von genauso vielen Migranten gemacht werden wie von deutschen Kindern.“ Heute sei der Anteil der Schulabbrecher unter Kindern mit Zuwanderungshintergrund noch doppelt so hoch. “Das ist zu viel“, betonte Merkel.

Auch werde man ungefähr noch fünf Jahre brauchen, um allen, die dafür in Frage kämen, Integrationskurse anzubieten, fügte die Kanzlerin an. Leider gebe es noch zu viele Menschen, die diese Kurse abbrächen. “Wir sollten auch ein bisschen strenger sein, wenn verpflichtende Integrationskurse angeboten werden und nicht wahrgenommen werden.“ Entsprechende Maßnahmen hat das Kabinett bereits auf den Weg gebracht.

Diese Woche hatte die Regierung zudem einen Gesetzentwurf gegen Zwangsehen beschlossen. Merkel plädierte ferner für intensive Sprachtests bei jungen Menschen mit Migrationshintergrund. Sie forderte die Eltern auf, sie sollten in der Schule mitziehen, “zum Beispiel auch zu Elternversammlungen gehen, sich für das Schicksal der Kinder interessieren“. Sie glaube, das Thema Integration sei “als gesellschaftliches Thema angekommen“, sagte die Bundeskanzlerin und betonte: “Und es gibt auch unendlich viele geglückte Integrationsbeispiele.“

dapd

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