Merkel forciert Partnerschaft mit Mongolei

Angela Merkel und der mongolische Präsident Tsakhia Elbegdorj.

Berlin - Die Mongolei ist reich an Rohstoffen. Deutsche Investoren sind willkommen. Aber der mongolische Präsident ist auch an “Investitionen in Demokratie“ interessiert.

Bundespräsident Joachim Gauck hat der Mongolei deutsche Unterstützung bei der weiteren demokratischen Entwicklung zugesagt. Bei einem Staatsbankett zu Ehren des mongolischen Präsidenten Tsakhia Elbegdorj würdigte Gauck am Donnerstagabend in Berlin auch den Beitrag des zentralasiatischen Landes für internationale Friedensmissionen wie in Afghanistan.

Gauck lobte den “Freiheitswillen der Mongolen“, der auch in der langen Periode sowjetischer Dominanz nicht erstickt werden konnte. Er begrüßte die Anfang des Jahres beschlossene Abschaffung der Todesstrafe. Die Lebendigkeit der mongolischen Demokratie spiegele sich auch in der großen Meinungsvielfalt der Presse des Landes wider. “Ich bin sicher, die Mongolen werden sich ihre mühsam errungene Freiheit nicht wieder nehmen lassen“, sagte der Bundespräsident.

Das mongolische Staatsoberhaupt besucht Deutschland zu Beginn seiner ersten offiziellen Europareise. Wichtigstes Thema ist die wirtschaftliche Zusammenarbeit. Bundeskanzlerin Angela Merkel kündigte auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Elbegdorj aber auch an, über die “Rohstoffpartnerschaft“ hinaus Bereiche wie Forschung und Bildung in die Zusammenarbeit einzubeziehen.

Elbegdorj hält sich noch bis Sonntag zu seinem ersten Staatsbesuch in Deutschland auf. Am Vormittag war er vor dem Schloss Bellevue von Bundespräsident Gauck mit militärischen Ehren begrüßt worden. Weitere Stationen sind Hamburg und Nordrhein-Westfalen. Auch die Unterzeichnung mehrerer Wirtschaftsabkommen war geplant.

Merkel sprach nach dem Termin im Kanzleramt von einem “Meilenstein auf dem Weg zur Entwicklung ganz enger Beziehungen“. Zugleich lobte sie die Mongolei für weitere Schritte bei der Demokratisierung. Der mongolische Präsident machte insbesondere das Interesse an einem Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen deutlich. Deutschland sei für sein Land aber auch der “größte Investor, was Demokratie betrifft“.

Die Mongolei - gelegen zwischen Russland und China - ist eines der rohstoffreichsten Länder der Welt. Zu den Bodenschätzen gehören Kohle, Gold, Kupfer, zahlreiche Mineralien und Erze sowie sogenannte Seltene Erden. Diese werden etwa für die Herstellung von Bildschirmen, Windkraftanlagen und medizinischen Geräten benötigt. Zudem ist die Mongolei eine der sonnenreichsten Regionen der Welt.

dpa

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