Migranten-Kinder werden öfter zuhause betreut

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Bis zum Sommer 2013 muss der Bedarf gedeckt werden, denn dann gilt der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für die Ein- und Zweijährigen.

Wiesbaden - Ab Sommer 2013 haben Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz für ihre Jüngsten, doch es gibt längst nicht genug Einrichtungen. Kinder mit Migrationshintergrund sind nur selten dort zu finden.

Eltern mit ausländischen Wurzeln betreuen ihre kleinen Kinder wesentlich häufiger ausschließlich zu Hause als Eltern ohne Migrationshintergrund. Im vergangenen Jahr seien in Deutschland 14 Prozent der Ein- und Zweijährigen mit mindestens einem Elternteil ausländischer Herkunft in einer Kita oder von Tageseltern betreut worden, berichtete das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag. Bei den gleichaltrigen Kindern ohne Migrationshintergrund lag der Anteil bei 30 Prozent und damit mehr als doppelt so hoch. In beiden Gruppen stieg die Quote binnen eines Jahres leicht um zwei Prozentpunkte.

Auch bei den Drei- bis Fünfjährigen war der Anteil der Kinder ausländischer Herkuft in Kitas oder anderer externer Tagesbetreuung mit 85 Prozent deutlich niedriger als der bei Kindern ohne Migrationshintergrund, von denen 97 Prozent Kitas besuchten oder von Tageseltern betreut wurden. Hier hat sich die Betreuungsquote während der vergangenen beiden Jahre kaum verändert.

Der Ausbau der Kindertageseinrichtungen müsse konsequent vorangetrieben werden, sagte Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) laut Mitteilung. Bis zum Sommer 2013 müsse der Bedarf gedeckt werden, denn dann gelte der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für die Ein- und Zweijährigen. “Je früher Max und Ali miteinander im Sandkasten spielen, umso besser für die Integration und für den gesellschaftlichen Zusammenhalt“, sagte Schröder.

Die schlechtesten Vorbilder für Kinder

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Der Vorsitzende des AWO-Bundesverbandes, Wolfgang Stadler, sieht das Kernproblem in der Finanzierung. “Gerade die klammen Kommunen haben oft kaum Mittel, um in die notwendige Förderung der Kinder zu investieren. Bund, Länder und Kommunen müssen an einen Tisch, damit alle Kinder die gleichen Bildungschancen bekommen, denn Bildung verhindert Armut“, sagte Stadler laut Mitteilung.

Die Grünen finden unter anderem die Betreuungskosten für die Eltern problematisch. “Wir brauchen massive Investitionen in die Kita-Qualität und perspektivisch die Abschaffung der Kita-Gebühren“, sagte Memet Kilic, Sprecher für Migrations- und Integrationspolitik, laut Mitteilung. “In den ersten Lebensjahren werden wichtige Weichen für Kinder gestellt.“ Das geplante Betreuungsgeld werde aber verhindern, dass mehr Eltern ihre Kinder in Kitas schicken.

Auch die SPD ist gegen das Betreuungsgeld: “Das Ziel kann nicht sein, Kinder von den Betreuungsangeboten fernzuhalten. Wir müssen Hürden abbauen, die gerade Familien mit Migrationshintergrund noch davon abhalten, ihre Kinder in Kitas zu bringen“, sagte die stellvertretende SPD-Vorsitzenden Manuela Schwesig laut Mitteilung.

Wenn der Bundestag im Frühjahr zustimmt, soll das Betreuungsgeld 2013 eingeführt werden. Es ist für Eltern von Kindern unter drei Jahren gedacht, die ihren Nachwuchs zu Hause betreuen.

dpa

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