Erste Fußfesseln bei Gefangenen angelegt

Stuttgart - In Baden-Württemberg sind den bundesweit ersten Gefangenen und Freigängern elektronische Fußfesseln angelegt worden. Fünf Menschen erhielten zum Start des Modellprojekts am eine Manschette mit einem Minisender.

Das  sagte ein Sprecher des Justizministeriums in Stuttgart. Einem weiteren Probanden sollte sie im Laufe des Nachmittags angelegt werden. Mit der Fußfessel können die Häftlinge metergenau geortet werden. Gleichzeitig kann sichergestellt werden, dass der Gefangene bestimmte Zonen nicht betritt. Beteiligt an dem Versuch sind die Gefängnisse in Ulm, Stuttgart, Heimsheim, Rottenburg und Heilbronn. Über das Jahr verteilt bekommen insgesamt 25 Freigänger und 25 Häftlinge, die auf ein Leben in Freiheit vorbereitet werden, eine Fußfessel.

Außerdem sind 25 Gefangene dabei, die zu einer Geldstrafe verurteilt wurden und diese nicht bezahlen konnten. Die Gesamtkosten des Projekts liegen nach Angaben des Justizministeriums bei 150 000 Euro. “Die Fußfessel bedeutet bessere Resozialisierungschancen für die Betroffenen und weniger Kosten für das Land“, erklärte Justizminister Ulrich Goll (FDP). Die Minisender sind etwas größer als ein Mobiltelefon, das Band etwa so breit wie das Armband einer Uhr. Die Geräte sind etwa 170 Gramm schwer. “Die Fesseln sind so gestaltet, dass sie unter dem Hosenbein verschwinden und im Alltag nicht auffallen“, sagte Goll. “So ist sichergestellt, dass die Probanden nicht stigmatisiert werden.“

dpa

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