Mörder von Malcolm X nach 45 Jahren wieder frei

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Weltweit bekannt wurde Malcolm X als einer der Führer der “Nation of Islam“, einer radikalen Schwarzenbewegung, die Weiße als “blauäugige Teufel“ bezeichnete.

New York - Mehr als 45 Jahre nach der Ermordung des Schwarzenführers Malcolm X ist der letzte der damaligen Todesschützen wieder frei. Zuletzt war er nur Teilzeit hinter Gittern.

Der 69-Jährige Thomas Hagan sei am Vormittag aus einer Haftanstalt für Freigänger entlassen worden, meldete CNN am Dienstag in New York. Der 69-Jährige habe bereits seit 1992 zu Hause bei seiner Familie gelebt und nur noch zwei Tage in der Woche hinter Gittern verbracht.

Er war der einzige, der die Tat je zugegeben hatte. Zwei andere, die mit Hagan 1966 verurteilt worden waren, sind bereits seit den 1980er Jahren wieder frei. Malcolm X hieß eigentlich Malcolm Little, er hatte seinen “Sklavennamen“ aber abgelegt und stattdessen das X angenommen als Symbol für seine afrikanische Identität, die durch die Verschleppung seiner Vorfahren abgerissen sei. Weltweit bekannt wurde er als einer der Führer der “Nation of Islam“, einer radikalen Schwarzenbewegung, die Weiße als “blauäugige Teufel“ bezeichnete. Als charismatischer Redner stieg Little rasch in der Hierarchie der Bewegung auf und wurde bald einer ihrer bekanntesten Köpfe. Mit seinen militanten Ansichten war er innerhalb der Schwarzenbewegung ein Gegenspieler des auf Gewaltlosigkeit setzenden Martin Luther King.

In der “Nation of Islam“ selbst gab es Grabenkämpfe zwischen ihrem von vielen Beobachtern als korrupt und sexistisch beschriebenen Führer Elijah Muhammad und Little. Nach einer Pilgerfahrt wurde Little gemäßigter. Im Februar 1965 wurde er in Harlem während einer Rede mit mehr als einem Dutzend Schüssen getötet. Mehrere Männer, durchweg Schwarze, wurden festgenommen und mit Muhammad in Verbindung gebracht. “Ich bedaure meine Beteiligung zutiefst“, hatte der jetzt entlassene Hagan laut CNN im März bei einer Anhörung gesagt. “Das hätte alles nie passieren dürfen.“ Die Haftanstalt, in der er zuletzt saß, ist am New Yorker Malcolm-X-Boulevard.

dpa

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