Mordaufruf per Video: Sicherheitsbehörden besorgt

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Nach dem Mordaufruf eines Islamisten an deutschen Rechtsextremisten hat der Generalbundesanwalt die Ermittlungen übernommen.

Berlin - Der Mordaufruf eines Islamisten besorgt die Sicherheitsbehörden. Junge Islamisten könnten sich aufgerufen fühlen, in Deutschland Gewalttaten zu verüben.

Hinweise auf konkrete Tatplanungen gebe es aber nicht. In einer am Wochenende aufgetauchten Video-Botschaft hatte Yassin Chouka alias Abu Ibrahim, der sich derzeit im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet aufhalten soll, zur Ermordung von Mitgliedern der rechtsextremen Partei Pro NRW aufgerufen.

Nach Angaben der Sicherheitsbehörden gibt es in Deutschland derzeit 130 sogenannte Gefährder, denen islamistische Anschläge zugetraut werden - darunter seien 24 Salafisten. Allerdings sei denkbar, dass sich auch bislang nicht bekannte einzelne Islamisten, die sich nicht unbedingt den Salafisten zurechneten, zu Gewalttaten aufgerufen fühlen könnten. “Wir hoffen, dass es gelingt, solche Absichten zu erkennen. Eine Garantie gibt es selbstverständlich nicht“, sagte ein hoher Sicherheitsbeamter.

Salafisten verletzen Polizisten mit Steinen

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Die rechtsextreme Splitterpartei Pro NRW hatte sich den Hass der Islamisten zugezogen, weil Aktivisten der Partei in den Wochen vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen auf Kundgebungen provokativ islamkritische Karikaturen gezeigt hatten. Am Rande einer dieser Kundgebungen in Bonn hatten radikalislamische Salafisten Polizisten angegriffen. Die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen Abu Ibrahim wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung.

In dem Video ruft der 27-Jährige konkret zur Tötung von Mitgliedern von Pro NRW und Journalisten auf. Die Medienvertreter hätten mit der Veröffentlichung der Karikaturen an den “Verbrechen“, der Beleidigung des Propheten Mohammed, mitgewirkt. Der Islamist rät den Salafisten davon ab, weiterhin öffentlich gegen Pro NRW zu protestieren. Die potenziellen Opfer sollen ausgeforscht werden, um dann zuschlagen zu können. Aus den Sicherheitskreisen hieß es, wegen Schutzmaßnahmen liefen derzeit Gespräche mit dem Bundeskriminalamt und den zuständigen Landeskriminalämtern.

dpa

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