42 Prozent

Nach Brexit-Votum: Fremdenhass in Großbritannien nimmt zu

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Das britische Innenministerium ließ im Sommer 2013 Wagen mit der Aufschrift "Illegal im United Kingdom? Geh nach Hause oder riskiere Arrest" fahren. 

London - Seit der Brexit-Abstimmung hat die Anzahl fremdenfeindlicher Übergriffe und Pöbeleien in Großbritannien stark zugenommen. 

Update vom 13. Juli 2016: Theresa May kommt für David Cameron: Wir berichten vom Regierungswechsel im News-Blog.

Die Polizei verzeichnete in der zweiten Junihälfte landesweit 3076 sogenannte Hassverbrechen - 42 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das teilte die Polizei am Freitag mit. Die meisten Vorfälle seien am 25. Juni gemeldet worden, zwei Tage, nachdem 52 Prozent der Briten für den Austritt aus der EU gestimmt hatten. 

An diesem Donnerstag tauchten dann aber mehrere beleidigende Schreiben mit weißem Pulver auf - das sich als ungefährlich erwies. Eines der Schreiben war an den muslimischen Oberhausabgeordneten Nazir Ahmed gerichtet.

In der Nacht zum Donnerstag hatten Unbekannte einen Schuppen neben dem Haus einer polnischen Familie bei Plymouth in Südengland angezündet. Die Polizei geht von rassistisch motivierter Brandstiftung aus. Am Tatort fand sich ein Zettel, der vor Angriffen warnte, falls die Familie nicht nach Polen gehe. Verletzt wurde niemand.

Zu dem Anstieg der Zahl der Anzeigen habe vermutlich auch ein gesteigertes Bewusstsein für solche Vorfälle in der Bevölkerung beigetragen. Zu Hassverbrechen gehören neben rassistischen motivierten Taten, die den Großteil ausmachen, auch Übergriffe wegen Religion, Geschlechts, Alters, sexueller Orientierung oder Behinderung.

Migration war eines der Hauptthemen der EU-Gegner vor dem Referendum. Nach der Abstimmung hatten sich Berichte gemehrt, denen zufolge Polen und Rumänen beschimpft wurden. Auch Deutsche berichteten von Anfeindungen.

Der Menschenrechtskommissar des Europarats, Nils Muizniek, verurteilte am Freitag die "rassistische Rhetorik", die während der Kampagne über den EU-Verbleib "bis in die obersten politischen Kreise" in Großbritannien geherrscht habe. Die "Hass-Reden" hätten in den beiden letzten Monaten der Kampagne ihren Höhepunkt erreicht, sagte Muizniek vor Journalisten in Athen. Der Europarat habe dies in einem ausführlichen Bericht an die Regierung in London moniert.

dpa/afp

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