Einheitsfeier in Dresden

Nach Pegida-Ausschreitungen: Kritik an Polizei

Polizeikräfte beobachten die sich versammelnden Pegida-Anhänger.
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Polizeikräfte beobachten die sich versammelnden Pegida-Anhänger.
Polizisten sichern den Neumarkt vor der Frauenkirche in Dresden. Foto: Jan Woitas
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Polizisten sichern den Neumarkt vor der Frauenkirche in Dresden. 
Merkel ging nicht direkt auf die Störer ein, rief aber zur Dialogbereitschaft auf. Foto: Sebastian Willnow
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Merkel ging nicht direkt auf die Störer ein, rief aber zur Dialogbereitschaft auf. 
Sachsens Ministerpräsident Tillich (L) neben Bundeskanzlerin Merkel, Bundespräsident Gauck, Bundestagspräsident Lammert und Andreas Voßkuhle, Präsident des Bundesverfassungsgerichts. Foto: Sebastian Kahnert
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Sachsens Ministerpräsident Tillich (L) neben Bundeskanzlerin Merkel, Bundespräsident Gauck, Bundestagspräsident Lammert und Andreas Voßkuhle, Präsident des Bundesverfassungsgerichts. 
Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich: "Beschämt erleben wir, dass Worte die Lunte legen können für Hass und Gewalt". Foto: Jan Woitas
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Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich: "Beschämt erleben wir, dass Worte die Lunte legen können für Hass und Gewalt". 
Ein Mann wird von Polizisten abgeführt. Die Feier in Dresden wurde von Pöbleien überschattet. Foto: Arno Burgi
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Ein Mann wird von Polizisten abgeführt. Die Feier in Dresden wurde von Pöbleien überschattet.
Zuschauer verfolgen am Sonntag auf dem Theaterplatz in Dresden eine Musikshow. Foto: Arno Burgi
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Zuschauer verfolgen am Sonntag auf dem Theaterplatz in Dresden eine Musikshow. 
Eine Multimediashow mit Licht, Laser und Projektionen erhellte am Sonntag das Terrassenufer in Dresden. Foto: Arno Burgi
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Eine Multimediashow mit Licht, Laser und Projektionen erhellte am Sonntag das Terrassenufer in Dresden. 

Dresden - Die Einheitsfeier in Dresden dürften Vielen in Erinnerung bleiben. Weniger wegen des bunten Bürgerfestes. Ausschreitungen wie in der Pegida-Hochburg hat es in 26 Jahren Einheit so noch nicht gegeben.

Trotz Ausschreitungen von Pegida-Anhängern bei der zentralen Feier zum Tag der Deutschen Einheit ist die Dresdner Polizei mit dem Verlauf zufrieden.

Die vergangene Woche habe den Sicherheitskräften aus Sachsen und 13 weiteren Bundesländern "alles abverlangt", resümierte Dresdens Polizeipräsident Horst Kretzschmar am Montagabend - auch mit Blick auf Sprengstoffanschläge auf eine Moschee und das Dresdner Kongresszentrum wenige Tage vor dem Fest. "Uns ist ein Spagat zwischen einem bürgernahen bunten Fest und der erforderlichen Sicherheit gelungen."

Die letzte offizielle Veranstaltung der Feierlichkeiten, ein Konzert der Band Karat am Montagabend, sei friedlich verlaufen, sagte ein Sprecher der Polizei. Auch in der Nacht blieb es demnach ruhig in Dresden.

Doch die Polizei sieht sich Kritik ausgesetzt. Zwar kam es nicht zu Zusammenstößen bei einem Pegida-Aufmarsch mit bis zu 5000 Menschen und Gegendemonstranten gekommen. Für Irritationen sorgte jedoch die Ansage eines Polizeiführers, der den Pegida-Anhängern nach Verlesung der Demonstrationsauflagen einen "erfolgreichen Tag" gewünscht hatte. Die Polizeidirektion ging später auf Distanz dazu. Diese Äußerung "entspricht nicht unserer Philosophie und wird einer Überprüfung unterzogen", hieß es in einer Mitteilung.

Zudem hatten mehrere Hundert selbst ernannte "Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" (Pegida) Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundespräsident Joachim Gauck, am Vormittag mit Trillerpfeifen und Schmähungen vor der Frauenkirche empfangen. Vielen Gästen des Ökumenischen Festgottesdienstes bereiteten sie auf dem Weg zur Kirche mit Rufen wie "Haut ab" und "Volksverräter" einen Spießrutenlauf.

Nach Angaben der sächsischen Landesregierung kamen an den drei Festtagen mit 450 000 Menschen weniger Besucher als erwartet in die Dresdner Altstadt. Kalkuliert hatte sie mit etwa einer dreiviertel Million Besuchern bei der 4,5 Millionen Euro teuren Einheitsfeier. Immer wieder hatte starker Regen die Feiern gestört. Schon vor dem Fest hatten Hoteliers von Stornierungen wegen der angespannten Sicherheitslage berichtet.

Bereits am Sonntag sorgten ein Brandanschlag auf drei Polizeifahrzeuge sowie Pöbeleien gegen Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) für Aufregung. Am Montag vor einer Woche hatten Unbekannte Sprengstoffanschläge auf eine Moschee und das Kongresszentrum verübt. Am Donnerstag war zudem eine Bombenattrappe an einer der Elbbrücken entdeckt worden.

dpa

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