Nato-Chef verschärft Ton gegenüber Moskau

Stuttgart - Gut eine Woche vor dem Nato-Gipfel in Chicago verschärft sich der Streit mit Russland um die geplante Raketenabwehr.

Nachdem Russlands Generalstabschef Nikolai Makarow vergangene Woche mit einem Präventivschlag gegen Teile des Abfangsystems gedroht hatte, hat Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen im Interview mit der “Stuttgarter Zeitung“ (Samstag) nun scharfe Worte für die Moskauer Führung gefunden. Die “sehr unglückliche Wortwahl“ laufe dem Ende 2010 vereinbarten Ziel, eine Partnerschaft aufzubauen, fundamental zuwider: “Es liegt nicht auf der Linie dieser Übereinkunft, die Nato oder Nato-Mitglieder zu bedrohen oder offensive Maßnahmen gegen die Nato in Erwägung zu ziehen.“

Rasmussen zweifelte zudem indirekt das Urteilsvermögen des russischen Präsidenten Wladimir Putin an, der wegen des Raketenstreits bereits vor Wochen seine Teilnahme an dem Chicagoer Gipfel abgesagt hatte. “Im Kreml kann man nicht ernsthaft glauben, dass wir Russland angreifen. Es geht über meine Vorstellungskraft hinaus, wie Menschen so denken können“, sagte Dänemarks früherer Regierungschef. “Wird Russland bedroht, ist das definitiv nicht von Westen aus.“ Das Bündnis habe schon vor 15 Jahren die von Moskau geforderte schriftliche Garantie gegeben, gegenseitig keine Gewalt anzuwenden: “Wir halten uns daran, und ich hoffe, die Russen tun das auch.“

dpa

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