Stärkere Militärpräsenz gefordert

Nato: Russlands Soldaten jederzeit einsatzbereit

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Das Foto zeigt russsiche Fahrzeuge und Flugzeuge in der Nähe der Grenze zur Ukraine.

Mons - Russlands Militär steht unweit der Grenzen der Ukraine zum Einsatz bereit, sagen Nato-Offiziere. Als Beweis dienen ihnen Satellitenbilder. Alles veraltet, kontert die Führung in Moskau.

Rund 35 000 bis 40 000 russische Soldaten sind nach Ansicht hoher Nato-Militärs im Grenzgebiet zur Ukraine jederzeit einsatzbereit. „Dies sind beachtliche Streitkräfte von hoher Einsatzbereitschaft. Und sie sind in der Lage, sich sehr rasch zu bewegen“, sagte der britische Brigadegeneral Gary Deakin, Direktor des Zentrums für Krisenmanagement im militärischen Nato-Hauptquartier in Mons (Belgien), am Donnerstag vor Journalisten. Russland bezeichnete die vorgelegten Satelliten-Aufnahmen dagegen als veraltet.

Nach Nato-Angaben sind mehr als 100 Standorten seien Artillerie, Panzerfahrzeuge, Hubschrauber, Spezialeinheiten, Kampfflugzeuge sowie die dazugehörenden Logistikeinheiten stationiert. Die meisten Einheiten befänden sich in provisorischen Unterkünften, Flugzeuge und Fahrzeuge stünden im Freien. „Das sind keine Truppen, die sich immer dort befinden, wo sie gerade sind“, sagte Brigadegeneral Deakin. Die Einheiten würden seit drei bis vier Wochen auch nicht - etwa zu Manöverzwecken - bewegt: „Es ist sehr ungewöhnlich, eine so große Truppe so lange einfach in der Landschaft stehen zu lassen.“

Russlands stellvertretender Verteidigungsminister Anatoli Antonow sprach von einer „Gruselgeschichte“ der Nato. „Auf den Bildern sind Einheiten des Südlichen Wehrbezirks zu sehen, die im Sommer 2013 geübt haben. Damals fanden auch im Raum der ukrainischen Grenze Manöver statt“, sagte ein Offizier des Generalstabs am Donnerstag in Moskau der Staatsagentur Ria Nowosti.

Die Nato sprach zudem von gepanzerten Verbänden, die an verschiedenen Orten nur 40 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt entlang großer Fernstraßen stationiert seien. „Sie sind zweifellos in der Lage, sehr rasch in die Ukraine vorzurücken, falls ihnen das befohlen wird.“ Allerdings gebe es keine Klarheit über die Absichten des russischen Militärs. Die Zahl der Soldaten - die Schätzungen der Nato beruhen vor allem auf der Menge von Fahrzeugen und Zelten - habe sich ungeachtet russischer Abzugsankündigungen nicht verändert.

Nato-General Deakin sagte, er rechne in der kommenden Woche, auf jeden Fall aber innerhalb der kommenden 14 Tage, mit einer Entscheidung des Nato-Rates über eine verstärkte Militärpräsenz der Nato in den östlichen Bündnisstaaten. Die Militärs haben auf Anweisung der Nato-Außenminister „sichtbare Maßnahmen“ vorgeschlagen, die den östlichen Nato-Mitgliedern den Schutz durch das Bündnis demonstrieren. Deakin wollte nicht sagen, welche Maßnahmen die Militärs vorschlagen. Neben einer verstärkten Luftüberwachung gelten auch Manöver als wahrscheinlich. Eine ständige Stationierung substanzieller Streitkräfte sei aber nicht geplant. Der General versicherte, die Maßnahmen seien „angemessen und deeskalierend“.

Vertreter Russlands, der Ukraine, der USA und der Europäischen Union werden sich am 17. April in Genf zu Gesprächen treffen, sagten EU-Diplomaten in Brüssel. Die Außenminister der EU beraten am Montag in Luxemburg über die Lage.

dpa

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