Rechtsextreme bedrohen Reservisten der Bundeswehr

Leipzig/Bonn - Neonazis haben Mitglieder des Reservisten-Verbandes der Bundeswehr in Sachsen anonym mit Telefonanrufen bedroht. Was sie mit den Einschüchterungsversuchen erreichen wollen.

Hintergrund sei die Linie des Verbandes, NPD-Mitglieder aus den eigenen Reihen auszuschließen, sagte eine Verbandssprecherin am Montag in Bonn. Sie bestätigte damit einen „Spiegel“-Bericht. „Das ist schon ernst zu nehmen.“

Verbandspräsident Roderich Kiesewetter erklärte, Vorkommnisse wie in Sachsen seien ein Schlag ins Gesicht. „Hier fordere ich einfach mehr Zivilcourage von der Gesellschaft.“ Auch Kiesewetter selbst erhielt Drohungen. Per Mail wurde er aufgefordert, von seiner Politik gegen NPD-Mitglieder abzuweichen.

In dem Verband sind die Reservisten der Bundeswehr organisiert. Sie engagieren sich ehrenamtlich und arbeiten - etwa bei Katastropheneinsätzen - mit der Bundeswehr zusammen. Die Satzung der rechtsextremen NPD sei nicht mit der Satzung des Reservistenverbandes vereinbar, hieß es. Laut „Spiegel“ wurden in den vergangenen sechs Jahren 57 NPD-Mitglieder und andere Rechtsextremisten ausgeschlossen.

Deutschland gedenkt der Opfer der Neonazi-Mordserie

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dpa

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