Neue Unruhen in Kirgistan

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In der Hauptstadt kirgisischen Hauptstadt Bischkek ist es wieder zu Unruhen gekommen (Archivbild).

Bischkek - Nach dem Rücktritt des autoritären kirgisischen Präsidenten Kurmanbek Bakijew ist es in dem zentralasiatischen Land erneut zu Unruhen gekommen.

In den Vororten der Hauptstadt Bischkek gab es Straßenschlachten, weil bewaffnete Banden versuchten, Grund und Boden gewaltsam unter ihre Kontrolle zu bringen. Mehrere Menschen wurden verletzt, wie kirgisische Medien am Montag berichteten. In Bischkek hätten viele Polizisten die Arbeit verweigert, weil sie unzufrieden mit ihren Löhnen und der neuen Führung des Innenministeriums seien. Im Süden des Landes forderten Anhänger Bakijews die Rückkehr des Präsidenten.

Nach einer vorübergehenden Stabilisierung der Lage in der Ex-Sowjetrepublik wuchs damit erneut der Druck auf die neue Interimsregierung unter der Sozialdemokratin Rosa Otunbajewa. In Bischkek drohten Polizeieinheiten damit, nicht mehr gegen Plünderer und Brandschatzer vorzugehen, wenn das Innenministerium nicht unter “professionelle Leitung“ gestellt werde. Am Abend gab die Regierung nach und ernannte Vize-Innenminister Bakyt Alynbajew zum neuen Behördenchef.

Befürchtung vor Drogenhochburg

Aus der Stadt Dschalal-Abad im Süden, wo Bakijew seine Heimat hat, gab es Berichte über eine Übernahme der Provinzverwaltung. Demnach habe Bakijew per Telefon dort einen seiner Anhänger als Gouverneur eingesetzt. Experten befürchten, dass sich der Süden Kirgistans zu einer Drogenhochburg entwickeln könnte, in der Bakijews Clan enge Verbindungen zu Kartellen unterhält.

Otunbajewas Regierung hatte zuletzt betont, die Lage unter Kontrolle zu haben. Bakijews Aufenthaltsort war unklar. Das kasachische Außenministerium teilte mit, dass der Ex-Präsident das zentralasiatische Nachbarland Kirgistans nach erster Zuflucht verlassen habe. Die Richtung sei aber nicht bekannt. Der autoritäre weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko hatte Bakijew Exil angeboten.

Bakijews Anhänger teilten hingegen mit, “der Präsident“ werde in Kürze in Kirgistan landen, um wieder zu regieren. Dem 60-Jährigen droht im Fall seiner Rückkehr die Festnahme. Er und seine Familie werden für den Volksaufstand mit mehr als 80 Toten und 1600 Verletzten Anfang April verantwortlich gemacht. Die internationale Gemeinschaft hatte die neue Führung anerkannt und Hilfe zugesichert.

dpa

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