Es sollte noch mehr Opfer geben

Istanbul-Ticker: Attentäter planten offenbar Geiselnahme

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Ursprünglich sollen die Attentäter im Terminalgebäude eine Geiselnahme geplant haben.

Istanbul - Wieder erschüttert ein Terroranschlag die türkische Metropole Istanbul. Am Dienstag richteten Selbstmordattentäter ein Blutbad am Atatürk-Flughafen an.

  • Am Dienstagabend gegen 21 Uhr kam es am Istanbuler Flughafen Atatürk zu Explosionen.
  • An drei verschiedenen Orten im und rund um den Flughafen sollen die Täter zunächst um sich geschossen und sich anschließend selbst in die Luft gesprengt haben.
  • Dabei wurden mindestens 44 Menschen getötet und rund 239 Personen verletzt. Unter den Opfern sollen auch mindestens 19 Ausländer sein. Eine Deutsche wurde bei den Anschlägen verletzt.
  • Bei den Selbstmordattentätern handelt es sich um einen Usbeken, einen Kirgisen und einen russischen Staatsbürger gehandelt. Insgesamt wurden 13 Verdächtige festgenommen.
  • Am Mittwochmorgen gegen 8 Uhr wurde der Flugverkehr wieder aufgenommen.
  • Die Attentäter hatten wohl ursprünglich eine Geiselnahme im Terminalgebäude geplant, seien aber dann früher zum Angriff übergegangen.

Hier finden Sie eine Übersicht darüber, welche Fragen bereits geklärt und welche noch offen sind.

<<<Aktualisieren>>>

+++ Die drei Selbstmordattentäter vom Istanbuler Atatürk-Flughafen planten offenbar eine Geiselnahme im Terminalgebäude. Wie die regierungsnahe Zeitung "Sabah" am Freitag berichtete, wollten sie dutzende Geiseln nehmen, um dann ein Massaker anzurichten. Weil sie aber wegen ihrer Jacken Verdacht erregten, seien sie schon früher zum Angriff übergegangen - andernfalls hätte es noch mehr Opfer gegeben.

Dem Bericht zufolge wurden Zivilisten und ein Polizist auf die Männer aufmerksam, weil sie trotz der Hitze Jacken trugen, unter denen sie ihre Sprengstoffwesten verbargen. Von der Polizei freigegebene Bilder der Überwachungskameras zeigen die drei Attentäter in dunklen Jacken. Andere Bilder zeigen, wie ein Attentäter einen Polizisten in Zivil erschießt, der seinen Ausweis verlangt hatte.

+++ Der Anschlag in Istanbul soll nach Informationen eines amerikanischen Kongressabgeordneten von einem tschetschenischen IS-Terroristen geplant worden sein. Es gebe Erkenntnisse, dass Achmed Tschatajew der Drahtzieher des Attentats sei, sagte Michael McCaul, Vorsitzender des Heimatschutz-Ausschusses im Repräsentantenhaus, dem Sender CNN. Er berief sich auf türkische Geheimdienstkreise. Eine Bestätigung der US-Sicherheitsbehörden dafür gab es zunächst nicht.

+++ Die Zahl der afghanischen Todesopfer des Selbstmordanschlags auf den Atatürk-Flughafen in Istanbul ist nach Angaben der Nachrichtenagentur Pajhwok auf sechs angestiegen. Zuvor war von vier Toten die Rede gewesen. Vier der Opfer gehörten einer Familie an, hieß es in der Meldung von Donnerstagabend unter Berufung auf den afghanischen Generalkonsul in der türkischen Millionenmetropole. Unter den sechs Opfern seien drei Frauen und ein achtjähriges Mädchen. Zwei Afghanen seien verletzt worden.

+++ Einer der Selbstmordattentäter am Atatürk-Flughafen ist 2011 in bulgarischer Haft gewesen. Es handelt sich nach einem Bericht des Staatsfernsehens in Sofia vom Donnerstag um einen russischen Staatsbürger, den Tschetschenen Achmed Radschapowitsch. Der Mann wurde damals an einem bulgarisch-türkischen Grenzübergang auf Ersuchen Russlands festgenommen, als er Bulgarien verlassen wollte. Der Tschetschene wurde allerdings nicht an Russland ausgeliefert, da er 2003 politisches Asyl in Osterreich erhalten hatte. Deswegen lehnte das Gericht im bulgarischen Plowdiw seine Auslieferung nach Russland ab.

Russland hat bisher Angaben der Türkei nicht bestätigt, dass es sich bei einem der Angreifer in Istanbul um einen russischen Staatsbürger gehandelt hat.

Drei Attentäter reißen 44 Menschen mit in den Tod

+++ Eine weitere bei dem Anschlag verletzte Person ist verstorben. Damit erhöht sich die Zahl der Opfer auf 44. Unter den 13 in Istanbul festgenommenen mutmaßlichen IS-Anhängern sollen im Gegensatz zu ersten Angaben sogar vier Ausländer  sein, wie der türkische Innenminister Efkan Ala mitteilte.

+++ Die Zahl der getöteten Ausländer beim Anschlag ist höher als bislang bekannt. 19 Ausländer seien getötet worden, sagte der türkische Innenminister Efkan Ala nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu am Donnerstag in Ankara. Zuvor hatte die Regierung von 13 ausländischen Todesopfern gesprochen. Ala sagte weiter, die Gesamtzahl der Todesopfer sei auf 43 gestiegen. Zusätzlich starben die drei Selbstmordattentäter. Fast 240 Menschen wurden verletzt, darunter eine Deutsche. 

+++ Nach dem Terroranschlag von Istanbul wollen die deutschen Flughäfen keine zusätzlichen Sicherheitsringe einrichten. Zusätzliche Kontrollstellen außerhalb der Gebäude würden nur neue Anschlagziele schaffen und keine zusätzliche Sicherheit schaffen, sagte der Hamburger Flughafenchef Michael Eggenschwiler am Donnerstag auf einem Fachkongress in Frankfurt. Es sei eher eine bessere Zusammenarbeit der Sicherheitskräfte notwendig, insbesondere bei der Identifizierung bereits bekannter Gefährder.

Auch der Airlineverband IATA ist gegen zusätzliche Kontrollstellen im Vorfeld der Flughäfen, wie es sie beispielsweise in Tel Aviv oder Kabul gibt. Die Sicherheitsbehörden der Staaten müssten bei der Terrorabwehr besser zusammenarbeiten, sagte die deutsche IATA-Vertreterin Andrea Wächtershäuser.

Attentäter stammen aus dem Kaukasus und Zentralasien

+++  Die Attentäter stammen den türkischen Behörden zufolge aus Rekrutierungsgebieten der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Kaukasus und in Zentralasien. Bei den Selbstmordattentätern am Atatürk-Flughafen in Istanbul hat es sich um einen Usbeken, einen Kirgisen und einen russischen Staatsbürger gehandelt. Das wurde am Donnerstag aus türkischen Regierungskreisen bestätigt. Die Nachrichtenagentur DHA berichtete, der russische Staatsbürger stamme aus der Region Dagestan. Die türkische Regierung verdächtigt die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), hinter dem Angriff vom Dienstagabend mit insgesamt mindestens 45 Toten zu stecken.

Die Regierung in Moskau bestätigte einen Attentäter mit russischer Staatsbürgerschaft zunächst nicht. „Wir haben keine Informationen über die mögliche Beteiligung eines russischen Staatsbürgers“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge. Usbekistan, Kirgistan und Dagestan sind überwiegend muslimisch und gehörten einst zur Sowjetunion. Zahlreiche Extremisten aus dem Kaukasus und aus Zentralasien haben sich dem IS in Syrien und im Irak angeschlossen.

+++ Im Zusammenhang mit den verheerenden Terrorangriff auf den Atatürk-Flughafen in Istanbul mit Dutzenden Toten sind in der Türkei 13 Verdächtige festgenommen worden. Darunter seiendrei Ausländer, bestätigten Regierungskreise entsprechende Medienberichte. Die Polizei habe Razzien an 16 verschiedenen Adressen durchgeführt. Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt. Erste Hinweise deuten nach Regierungsangaben auf die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) als Urheber des Anschlags hin.

So perfide planten die Attentäter den Anschlag

+++ Die neuen Erkenntnisse zeigen, dass die drei Attentäter ihren Anschlag auf den Istanbuler Flughafen bis ins Detail geplant hatten, um möglichst viele Menschen zu töten. Nach Angaben von Regierungskreisen lief der Anschlag folgendermaßen ab: Einer der Täter schoss an den Sicherheitskontrollen um sich und sprengte sich dann in die Luft. Panik und Chaos brachen aus - dies nutzte ein zweiter Täter aus, um ins Innere des Sicherheitsterminals zu gelangen und dort seinen Sprengsatz zu zünden. Der dritte Attentäter wartete offenbar draußen auf dem Parkplatz und schlug dann zu, als viele Menschen panisch aus dem Flughafengebäude liefen.

+++  Unter den 45 Toten des Selbstmordanschlags sind laut dem afghanischen Sender Tolo TV auch vier Afghanen. Tolo berief sich am Donnerstag auf Angaben des afghanischen Generalkonsuls in Istanbul, Malak Kuraischi. Zwei Afghanen sollen demnach verletzt worden sein. Laut der Nachrichtenagentur Pajhwok sind die beiden Verletzten, eine 22-jährige Frau und ein 45-jähriger Mann, bereits wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden.

Die Türkei ist ein beliebtes Reiseziel für Afghanen, die medizinische Behandlung brauchen oder dort einkaufen oder studieren wollen. Von der Hauptstadt Kabul und von der Provinzhauptstadt Masar-i-Scharif im Norden aus gibt es wöchentlich mindestens zwölf Flüge nach Istanbul.

Erdogan: Attentäter haben "Platz in der Hölle vorbereitet"

+++ Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat den Selbstmordattentätern vom Istanbuler Atatürk-Flughafen jegliche religiöse Rechtfertigung für die Bluttat abgesprochen. „Das sollen Muslime sein?“, fragte Erdogan nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu am Mittwochabend. „Sie haben ihren Platz in der Hölle vorbereitet .“ Der Präsident verwies bei einem Fastenbrechen in Ankara auf Sure 5 im Koran, wonach das Töten eines unschuldigen Menschen dem Töten der gesamten Menschheit gleichkommt. 

Nach Angaben der türkischen Regierung deuten bislang alle Hinweise auf die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) als Urheber der Tat vom Dienstagabend hin, bei der es insgesamt 45 Tote gab - darunter auch die drei Attentäter. Erdogan bedankte sich bei Staats- und Regierungschefs aus aller Welt, die der Türkei kondoliert hatten.

+++ Ein bei dem Anschlag in Istanbul getöteter Tunesier war in der Türkei, um seinen Sohn freizubekommen, der unter dem Verdacht der Mitgliedschaft bei der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Haft saß. Tunesische Regierungsvertreter sagten am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP, der Arzt Fathi Bayoudh habe es nach Monaten schließlich geschafft, seinen Sohn zur Rückkehr zu bewegen. Er habe am Atatürk-Flughafen auf die Ankunft seiner Frau gewartet, als der Anschlag geschah.

Attentäter gelangten wohl doch in den Sicherheitsbereich

+++ Einer der drei Selbstmordattentäter vom Istanbuler Atatürk-Flughafen ist nach Angaben aus Regierungskreisen doch in die Abflughalle des Internationalen Terminals gelangt. Der erste Attentäter habe sich an der Sicherheitskontrolle im Eingangsbereich in die Luft gesprengt und damit Chaos ausgelöst, sodass der zweite Attentäter ins Gebäude gelangen und seinen Sprengsatz in der Abflughalle im ersten Stock zünden konnte, hieß es am Mittwochabend aus Regierungskreisen. Ein dritter Attentäter habe sich anschließend draußen vor dem Gebäude in die Luft gesprengt. Mutmaßlich habe er damit fliehende Menschen treffen wollen.

Zunächst hatte es aus Regierungskreisen geheißen, keiner der drei Angreifer habe die Sicherheitsschleusen zum internationalen Terminal passiert. Augenzeugenberichte und Videos in sozialen Medien hatten jedoch früh darauf hingedeutet, dass mindestens ein Angreifer in den Innenbereich gelangte.

+++ Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Gökay Sofuoglu, hat nach den Anschlägen von Istanbul mehr Solidarität der Europäer gefordert. Europa mache "zu oft den Fehler, dass es Terrorismus als zweitrangig betrachtet, wenn er nicht direkt vor der eigenen Tür geschieht", sagte Sofuoglu der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" (Donnerstagsausgabe). Nötig sei nun "eine internationale Anti-Terror-Initiative, in der die Weltgemeinschaft gemeinsam den Terror bekämpft".

Die Länder müssten aufhören, sich gegenseitig vorzuwerfen, wer wo an welchen Terroranschlägen mit Schuld trage, forderte Sofuoglu. Vielmehr müssten die Kräfte im Kampf gegen den Terror gebündelt werden, ansonsten gewännen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staats (IS) und andere Terrorgruppierungen weiter an Boden.

+++ Wie die türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtet, ist die Zahl der Opfer auf 42 gestiegen. Eine 22-Jährige sei ihren Verletzungen erlegen.

+++ Weltweit haben sich Politiker am Tag nach dem verheerenden Anschlag mit der Türkei solidarisch gezeigt. Von Deutschland über die USA bis zum Iran erklärten Staats- und Regierungschefs am Mittwoch, im Kampf gegen den Terror zusammenzustehen. 

+++ Gesundheitsminister Recep Akdag sagte am Mittwochnachmittag, 128 Verletzte seien weiterhin in Krankenhäusern, 41 davon auf der Intensivstation. Yildirim sagte, die Attentäter seien mit einem regulären Taxi zum Flughafen gefahren. Die Nachrichtenagentur DHA berichtete, die Polizei habe den Taxifahrer nach einem Verhör freigelassen. Weitere Festnahmen wurden zunächst nicht gemeldet.

Eine Deutsche verletzt

+++ Bei dem Terroranschlag auf den Atatürk-Flughafen in Istanbul ist auch eine Deutsche verletzt worden. Die Betroffene befand sich am Mittwoch noch in medizinischer Behandlung, sollte aber bis zum Abend das Krankenhaus wieder verlassen können, hieß es am Mittwoch aus dem Auswärtigen Amt in Berlin. Die Frau wurde auch von Mitarbeitern des Generalkonsulats Istanbul betreut. Dem Ministerium lagen darüber hinaus keine Hinweise vor, dass unter den Todesopfern Deutsche sein könnten. Vollständige Gewissheit gibt es aber noch nicht.

+++ Nach den Selbstmordanschlägen auf den Istanbuler Atatürk-Flughafen haben sich Politiker weltweit mit der Türkei solidarisch gezeigt. Von Deutschland bis zum Iran erklärten Staats- und Regierungschefs am Mittwoch, im Kampf gegen den Terror zusammenzustehen.

+++ Das Istanbuler Gouverneursamt teilte am Mittwoch mit, die Zahl der Todesopfer sei auf 41 gestiegen. 239 Menschen seien verletzt worden. Zusätzlich kamen nach Angaben aus Regierungskreisen die drei Selbstmordattentäter ums Leben. Ihre Nationalität ist noch unklar.

Mehr Details zu den Todesopfern

+++ Aus Regierungskreisen in Ankara hieß es am Mittwoch, bei den 13 ausländischen Todesopfern handele es sich um fünf Saudis, zwei Iraker, einen Tunesier, einen Usbeken, einen Chinesen, einen Iraner, einen Ukrainer und einen Jordanier. Deutsche sind nach dieser Auflistung nicht betroffen.

+++ Der Anschlag auf den Flughafen ging gezielt gegen Reisende und ausländische Touristen. Diese Rechte haben Urlauber jetzt, die eine Reise in die Türkei geplant haben.

+++ Unter den Toten des verheerenden Terroranschlags auf den Atatürk-Flughafen in der türkischen Metropole Istanbul sind mindestens 13 Ausländer. Die 23 anderen Todesopfer seien türkische Staatsbürger, hieß es am Mittwoch aus Regierungskreisen in Ankara.

+++ In den vergangenen Monaten ist die Türkei immer wieder das Ziel von Attentaten - mal von kurdischer Seite mal von Seiten des IS gewesen. Ein Überblick über die jüngsten Terroranschläge in der Türkei.

Bundesliga-Spieler entgeht knapp Anschlag

+++ Der Ex-Schalker Roman Neustädter entging nach Informationen des Express nur knapp dem Anschlag. Er soll sich nur eine Stunde zuvor an dem Flughafen aufgehalten haben. Neustädter verhandelt derzeit mit dem Istanbuler Verein Fenerbahce über einen möglichen Wechsel. Sowohl Neustädter als auch Lukas Podolski drücken in den sozialen Medien ihr Beleid aus.

+++ Gäste von Veranstalter Thomas Cook können gebuchte Reisen nach Istanbul in dieser und der kommenden Woche kostenlos umbuchen oder stornieren. Wie der Veranstalter mitteilte, seien keine Gäste von Thomas Cook von dem Anschlag auf den Flughafen in Istanbul betroffen.

DER Touristik bietet für Reisen und Ausflüge nach Istanbul bis zum 31. Juli kostenlose Umbuchungen und Stornierungen an. „Für alle anderen Türkei-Reisen greifen unsere AGBs“, erklärte Rolf-Dieter Maltzahn, Geschäftsführer DER Touristik Köln. Noch in der Nacht seien alle DER-Touristik-Gäste mit Weiterflug oder Stop-over am Flughafen Atatürk erreicht worden.

Iraner unter den Opfern

+++ Unter den Todesopfern des Terrorangriffs auf den Istanbuler Atatürk-Flughafen ist nach Angaben des iranischen Außenministeriums mindestens auch ein Iraner. Fünf weitere Iraner seien verletzt worden - einer von ihnen schwebe in Lebensgefahr, sagte Vizeaußenminister Hassan Ghaschghawi der Nachrichtenagentur Isna am Mittwoch. Die zivile Luftfahrbehörde strich bis auf weiteres alle Flüge von Teheran nach Istanbul.

+++ Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat erschüttert auf den verheerenden Terroranschlag von Istanbul reagiert. „Der Terrorismus hat mal wieder sein hässliches Gesicht gezeigt und unschuldige Menschen in den Tod gerissen“, sagte de Maizière am Mittwoch in Berlin. „Ich bin tief erschüttert über den feigen und brutalen Anschlag am Flughafen von Istanbul.“ Er trauere mit den Angehörigen der Opfer und wünsche den Verletzten schnelle Genesung. „Wir werden unseren Kampf gegen den Terrorismus gemeinsam mit unseren Verbündeten mit voller Härte fortsetzen“, betonte er.

+++ Die Todeszahl könnte noch auf 50 ansteigen, berichtet BR24.de unter Berufung auf Regierungskreise. 

Türkischer Ministerpräsident schließt Sicherheitsrisiko aus

+++ Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat sich zu den Anschlägen in Istanbul geäußert: 

+++ Nach dem Terrorangriff auf den Istanbuler Atatürk-Flughafen gibt es in dem Gebäudekomplex schwere Explosionsschäden. Eine dpa-Reporterin im Flughafen sagte am Mittwoch, besonders schwere Schäden gebe es dort, wo Reisende nach der Landung in der Türkei aus dem Sicherheitsbereich kommen und von Wartenden in Empfang genommen werden. Dort seien die weißen Kunststoffplatten der Deckenverkleidung vollständig heruntergerissen worden. Die Decke weise Rußspuren auf. Scheiben in dem Bereich seien zersplittert, einige schienen Einschusslöcher aufzuweisen.

Nach Darstellungen aus türkischen Regierungskreisen gelangte keiner der drei Selbstmordattentäter in diesen Innenbereich des Terminals. Einer der Angreifer sprengte sich diesen Angaben an der Sicherheitsschleuse im Eingangsbereich des Terminals in die Luft. Dort sind zwar ebenfalls Explosionsschäden, diese erscheinen aber weniger schwer als im Wartebereich, wie am Mittwoch deutlich wurde. Ministerpräsident Binali Yildirim hatte Sicherheitsmängel nach dem Angriff ausgeschlossen.

+++ Ein Überlebender des Anschlags berichtet von der Schreckensnacht: Er und seine Frau waren nur 50 Meter von einem der Attentäter entfernt, als dieser das Feuer eröffnete

Angela Merkel zeigt sich erschüttert über "hinterhältigen Akt des Terrorismus"

+++ Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den Opfern des Selbstmordanschlags am Atatürk-Flughafen in Istanbul ihre Anteilnahme ausgesprochen. Sie sei erschüttert über „diese neuen und hinterhältigen Akte des Terrorismus“, sagte Merkel noch in der Nacht am Rande des EU-Gipfels in Brüssel.

+++ Nach den Selbstmordanschlägen am Istanbuler Atatürk-Flughafen gibt es am Mittwoch keine Flüge von Berlin-Tegel nach Istanbul. Dies sagte Flughafensprecher Lars Wagner der Deutschen Presse-Agentur. Regulär wären es am Mittwoch fünf Flüge. Ob davon noch welche stattfinden werden, sei eine Entscheidung der Fluggesellschaften. Ob es Flüge von Istanbul nach Tegel geben werde, ist laut Wagner ebenfalls noch unklar.

Auch eine am Dienstagabend mit 209 Passagieren und dem Ziel Istanbul von Berlin-Tegel aus eine Stunde verspätet gestartete Maschine der Turkish Airlines erreichte ihr Ziel nicht. Ursprünglich hieß es, sie solle nach Ankara umgeleitet werden. Laut Wagner kehrte die Maschine dann aber über der Slowakei um und flog zurück nach Tegel.

Flugverkehr trotz Chaos wieder aufgenommen

+++ Nach dem verheerenden Terroranschlag auf den Istanbuler Atatürk-Flughafen ist der Luftverkehr am Mittwoch wieder aufgenommen worden. Erste Flüge von Turkish Airlines landeten am frühen Morgen. Der Sender CNN Türk berichtete, Reisende könnten inzwischen auch wieder ins Terminal. Der Angriff sorgt allerdings für ein massives Chaos im Flugverkehr.

Turkish Airlines strich für Mittwoch mehr als 340 Flüge. Die Airline bot allen Reisenden mit Buchungen von oder nach Atatürk Airport an, die Flüge kostenlos umzubuchen oder zu stornieren. In der Nacht waren etliche ratlose Reisende vor dem Flughafen gestrandet, die vor den Terrorangriffen aus dem Terminal geflohen waren.

+++ Bilder vom Eingang des Flughafens zeigen die immense Zerstörung durch die Bomben: 

+++ Bei einem Selbstmordanschlag auf den internationalen Flughafen von Istanbul sind am Abend mindestens 36 Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt worden. Die türkische Regierung vermutet die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hinter der Tat: Die Indizien deuteten auf eine Drahtzieherschaft der Miliz hin, sagte Ministerpräsident Yildirim. Er sprach von drei Selbstmordattentätern, zu deren Identität oder Herkunft er aber keine Angaben machte. Unter den Opfern seien auch Ausländer. Dem Auswärtigen Amt in Berlin lagen nach Angaben einer Sprecherin keine Hinweise auf deutsche Opfer vor. Nach Yildirims Angaben trafen die Attentäter mit dem Taxi am Flughafen ein. Im Terminalgebäude hätten sie dann das Feuer aus Maschinengewehren eröffnet, ehe sie sich selbst in die Luft sprengten.

Auswärtiges Amt warnt Reisende

+++ Die Nachrichtenagentur AP meldet sogar schon 50 Tote. Bestätigt ist dies aber noch nicht.

+++ Das Auswärtige Amt aktualisierte in der Nacht zum Mittwoch seine Reise- und Sicherheitshinweise für die Türkei: Reisenden in Istanbul werde empfohlen, Kontakt mit ihrem Reiseveranstalter aufzunehmen und die aktuelle Berichterstattung der Medien zu verfolgen. Landesweit sei weiterhin mit politischen Spannungen sowie gewaltsamen Auseinandersetzungen und terroristischen Anschlägen zu rechnen. Allgemein werde Reisenden in türkischen Großstädten zu erhöhter Vorsicht geraten - insbesondere auf öffentlichen Plätzen sowie vor touristischen Attraktionen und allgemein bei Menschenansammlungen.

+++ Bei dem Selbstmordanschlag am internationalen Flughafen von Istanbul sind neuen Angaben zufolge mindestens 32 Menschen getötet worden. Zudem hätten 88 Menschen Verletzungen davongetragen, berichtete die Nachrichtenagentur Dogan in der Nacht zu Mittwoch. Unter den Toten waren diesen Angaben zufolge auch zwei Polizisten.

+++ Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat den Terrorangriff von Istanbul scharf verurteilt und die Welt zum entschlossenen Handeln gegen die Terrorbedrohung aufgerufen. Er richtete seinen Appell in der Nacht zu Mittwoch besonders an die westlichen Staaten: „Ich hoffe, dass der Anschlag am Istanbuler Flughafen auf der ganzen Welt, allen voran in den westlichen Staaten, ein Meilenstein, ein Wendepunkt für den gemeinsamen Kampf gegen die Terrororganisationen sein wird.“

Der Terrorangriff habe nicht nur 79 Millionen Türken, sondern allen Erdenbürgern gegolten. „Jeder soll wissen, dass die Terrororganisationen nicht unterscheiden zwischen Istanbul und London, Ankara und Berlin, Izmir und Chicago, Antalya und Rom“, hieß es in der Mitteilung Erdogans.

+++ Bei dem Terrorangriff auf den Atatürk-Flughafen der türkischen Millionenmetropole Istanbul sind auch Ausländer getötet worden. Die überwiegende Mehrheit der Opfer seien Türken, hieß es aus türkischen Regierungskreisen. Sowohl unter den mindestens 28 Toten als auch unter den 60 Verletzten seien aber auch ausländische Staatsbürger. Genaue Angaben über die Nationalitäten lägen noch nicht vor.

+++ Die Türkische Gemeinde in Deutschland und der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) haben den blutigen Anschlag in Istanbul scharf verurteilt. „Terrorismus ist eine internationale Pest geworden“, sagte Kretschmann am Dienstagabend bei einem Fastenbrechen für Muslime in Stuttgart. Es müsse alles getan werden, um die Menschen so gut wie möglich zu schützen.

Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Gökay Sofuoglu, sprach von einem „feigen“ Verbrechen machtbesessener Terroristen. Die Anschläge hätten das Ziel, die Menschen überall auf der Welt zu verängstigen, sagte er. Knapp eine Woche vor Ende des Fastenmonats Ramadan traf Kretschmann Muslime im Neuen Schloss in Stuttgart, um auch den Islam als Teil Deutschlands zu würdigen.

Auswärtiges Amt: Wohl keine Deutschen Opfer

+++ Der Bundesregierung liegen nach eigenen Angaben bislang keine Informationen zu deutschen Opfern vor. „Bisher haben wir keine Hinweise, dass Deutsche betroffen sind“, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts am Dienstagabend.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier äußerte sich entsetzt über die Anschläge, bei denen drei Selbstmordattentäter nach bisherigen Erkenntnissen der türkischen Behörden mindestens 28 Menschen mit in den Tod rissen. Dutzende Menschen wurden verletzt. „Noch sind die Hintergründe unklar, aber alles deutet darauf hin, dass Terroristen erneut in der türkischen Metropole zugeschlagen haben“, sagte Steinmeier am Dienstagabend in Berlin am Rande eines Fastenbrechens mit Christen, Juden und Muslimen. „Wir stehen an der Seite der Türkei.“

+++ Der Angriff sei von drei Selbstmordattentätern verübt worden, sagte Vasip Sahin, Gouverneur der türkischen Metropole. Sämtliche Flüge am Flughafen Atatürk wurden nach dem Angriff gestrichen. Rettungswagen waren vor Ort, die Polizei sperrte das Gelände weiträumig ab. Mindestens 60 Verletzte soll es geben.

+++ Aus türkischen Regierungskreisen heißt es, Polizisten hätten vor der Sicherheitskontrolle am Eingang des Internationalen Terminals auf der Ebene für ankommende Passagiere das Feuer auf Verdächtige eröffnet. Zwei Verdächtige hätten sich daraufhin in die Luft gesprengt. Mehrere Menschen seien verletzt worden.

Die Nachrichtenagentur DHA meldete, es sei an zwei verschiedenen Orten am Flughafen zu Terrorangriffen gekommen. Justizminister Bekir Bozdag sagte, es gebe Informationen, wonach es auch am Eingang zur Metro am Flughafen eine Detonation gegeben habe. Videos und Fotos auf sozialen Medien erweckten den Eindruck, als sei es möglicherweise auch im Flughafenterminal zu einer schweren Explosion gekommen.

+++ Bei dem Selbstmordanschlag am internationalen Flughafen von Istanbul sind neuen Angaben zufolge mindestens 28 Menschen getötet worden. Diese Zahl nannte am Dienstagabend der Gouverneur der türkischen Metropole. Zuvor hatte Justizminister Bekir Bozdag von zehn Todesopfern gesprochen. Zu den Zahlen der Verletzten gibt es unterschiedliche Angaben. 

Bilder: Terroranschlag am Istanbuler Flughafen

+++ Der Nachrichtensender CNN hat auf Twitter ein Video gepostet, dass Menschen im Inneren des Flughafen zeigt, die verängstigt auf dem Boden kauern. Immer wieder wird auf Englisch "Get down" (zu deutsch: In Deckung) rufen.

Überblick

Bei einem Selbstmordanschlag auf den Atatürk-Flughafen der türkischen Millionenmetropole Istanbul sind zahlreiche Menschen getötet worden. Justizminister Bekir Bozdag sagte am Dienstagabend: „Nach ersten Erkenntnissen haben wir ungefähr zehn Todesopfer.“ Etwa 20 Menschen seien verletzt worden. Über die Nationalität der Opfer war zunächst nichts bekannt.

Aus türkischen Regierungskreisen hieß es, Polizisten hätten vor der Sicherheitskontrolle am Eingang des Internationalen Terminals auf der Ebene für ankommende Passagiere das Feuer auf Verdächtige eröffnet. Zwei Verdächtige hätten sich daraufhin in die Luft gesprengt. Mehrere Menschen seien verletzt worden.

Anschlag in Istanbul: Angriff an zwei Orten

Die Nachrichtenagentur DHA meldete, es sei an zwei verschiedenen Orten am Flughafen zu Terrorangriffen gekommen. Minister Bozdag sagte, es gebe Informationen, wonach es auch am Eingang zur Metro am Flughafen eine Detonation gegeben habe.

DHA meldete weiter, der Ankunfts- und der Abflugbereich des größten Flughafens der Türkei seien vollständig gesperrt worden. Fotos vom Anschlagsort zeigten ein Bild der Verwüstung außerhalb des Ankunftsterminals, wo Passagiere gewöhnlich auf Taxis warten. Auf einem Foto war ein auf dem Boden liegendes Schnellfeuergewehr zu sehen.

Istanbul im Zentrum des Terrors

Westliche Sicherheitskreise vermuteten hinter dem Anschlag entweder die TAK - eine Splittergruppe der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK - oder die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Vor drei Wochen waren bei einem Anschlag der TAK in Istanbuls Stadtmitte elf Menschen getötet worden. Dieses Attentat vom 7. Juni war der dritte schwere Anschlag seit Jahresbeginn im Zentrum Istanbul.

Die TAK hatte anschließend auch ausländische Urlauber vor Türkeibesuchen gewarnt. Bei einem IS-Selbstmordanschlag waren im Istanbuler Zentrum im Januar zwölf deutsche Urlauber getötet worden.

Bilder des Terrors in Istanbul 2016

Explosion in Istanbul: Anschlag schockt türkische Metropole

Anschlag von Istanbul: Alle zehn Todesopfer sind Deutsche

dpa/AFP

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