Nordkoreas Rakete schon fast startklar

Pjöngjang - Nordkorea hat mit der Betankung der Rakete begonnen, die einen Satelliten ins All bringen soll. Nicht nur die Amerikaner kritisieren das Vorhaben - auch Deutschland spricht von einer "deutlichen Provokation".

Wie die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua am Mittwoch aus Pjöngjang berichtete, seien alle Vorbereitungen für den Start getroffen. Der Direktor des Raumkontrollzentrums 20 Kilometer nordwestlich von Pjöngjang, Paek Chung Hou, habe Journalisten bei einem Besuch der Einrichtung mitgeteilt, dass der Satellit bereits in der Rakete sei. Die Rakete werde mit Treibstoff betankt.

“Wir sind sicher, dass wir erfolgreich ein werden“, sagte der Direktor des Kontrollzentrums laut Xinhua. Nach bisherigen Angaben soll der Start zwischen Donnerstag und Montag erfolgen, um den 100. Geburtstag des Staatsgründers und “ewigen Präsidenten“ Kim Il Sung zu begehen.

US-Kommandeur übt Kritik

Nordkorea wird verdächtigt, mit dem erneuten Satellitenstart den Test einer Interkontinentalrakete zu verschleiern, die einen atomaren Sprengkopf tragen könnte. China, die USA, Südkorea, Japan und andere Länder haben sich beunruhigt über die Pläne gezeigt. Weltraumraketen und ballistische Militärraketen beruhen auf derselben Technologie.

Der Kommandeur der US-Streitkräfte im Pazifikraum hat den geplanten Raketenstart Nordkoreas als “hochgradig provokativ“ bezeichnet. Der Start einer Langstreckenrakete verletze UN-Resolutionen und die internationalen Verpflichtungen Pjöngjangs, sagte Admiral Samuel Locklear am Mittwoch in Japan. “Das Ereignis bedroht die regionale Sicherheit“, sagte der Kommandeur weiter.

Auch die Bundesregierung verurteilt den Start. Er wäre eine “deutliche Provokation“ und verletze internationale Verpflichtungen Nordkoreas, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Georg Streiter. Dieser Start würde die Wiederaufnahme der Sechs-Parteien-Gespräche über das nordkoreanische Atomprogramm gefährden. “Wir rufen Nordkorea auf, wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren.“

dpa/dapd

Rubriklistenbild: © dpa

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