Nordkorea droht mit weiteren Angriffen

Seoul - Die Korea-Krise bleibt angespannt: Nordkorea droht nach den Artillerieangriff auf den Süden bereits mit weiterer “Vergeltung“. Südkorea verstärkt seine Grenztruppen.

Auf der koreanischen Halbinsel spitzt sich die Lage vor einem geplanten Manöver der südkoreanischen und amerikanischen Truppen zu. Während Nordkorea neue Drohungen aussprach, kündigte Südkorea eine Verstärkung seiner Grenztruppen an. Man sei “ohne Zögern bereit, starke zweite und dritte physische Vergeltungsschläge durchzuführen, sollten die südkoreanischen Kriegstreiber weitere verwegene militärische Provokationen unternehmen“, ließen die nordkoreanischen Streitkräfte über die amtliche Nachrichtenagentur KCNA verlauten. In der Erklärung wurden südkoreanisch-amerikanische Übungen vom Beginn der Woche für den Angriff am Dienstag verantwortlich gemacht.

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Seoul kündigte unterdessen eine Aufstockung seiner Truppen auf Inseln entlang der umstrittenen Seegrenze an. Wie viele zusätzliche Soldaten auf die fünf betroffenen Inseln geschickt werden, sagte ein Sprecher von Präsident Lee Myung Bak nicht. “Wir sollten in unserer Wachsamkeit nicht nachlassen und uns auf weitere Provokationen durch Nordkorea vorbereiten“, sagte der Staatschef. Ähnliche Aktionen könnten jederzeit wieder vorkommen.

Das nordkoreanische Militär forderte, die USA müssten Südkorea von weiteren abenteuerlichen Provokationen wie der Verletzung der umstrittenen Seegrenze abhalten. Washington und Seoul halten aber weiter an dem geplanten Manöver fest, das am Sonntag beginnen soll. Dazu wird auch der atomgetriebene Flugzeugträger “USS George Washington“ im Gelben Meer erwartet. Die Übung findet nur rund 110 Kilometer südlich von Yeonpyeong statt, der Insel, die am Dienstag beschossen wurde.

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China hat bislang zurückhaltend auf den Zwischenfall vor seiner Haustür reagiert. US-Präsident Barack Obama forderte Peking auf, seine Verbündeten in Pjängjang an die Zügel zu nehmen und den Angriff zu verurteilen. Stattdessen forderte Chinas Ministerpräsiden Wen Jiabao von beiden Seiten maximale Zurückhaltung, ohne Nordkorea für die Eskalation verantwortlich zu machen. Außerdem forderte er eine Wiederaufnahme der Sechs-Parteien-Gespräche, die seit Ende 2008 ruhen.

Von Hyung-Jin Kim und Kwang-Tae Kim

Rubriklistenbild: © dpa

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