Nordkorea setzt Drohungen fort

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Südkoreanische Militärs bei der Patrouille auf der Insel Yeonpyeong.

Seoul - Nordkorea hat im Streit um geplante südkoreanische Schießübungen gedroht, sein Militär werde “gnadenlos“ zurückschlagen, sollte die Grenze zu seinem Hoheitsgewässer im Gelben Meer verletzt werden.

Das meldete das Außenministerium in Pjöngjang am Samstag. “Unser Militär hält keine leeren Reden“, wurde das Ministerium von den staatlichen Medien zitiert.

Nach dem Angriff auf eine zu Südkorea gehörende Insel im November hatte Nordkorea an diesem Freitag mit noch “massiveren“ Militärschlägen gedroht. Grund der Drohungen sind Artillerieübungen, die die südkoreanischen Streitkräfte in den kommenden Tagen auf der beschossenen Insel Yonpyong durchführen wollen - nahe der umstrittenen innerkoreanischen Seegrenze. Bei dem Beschuss der Insel am 23. November waren vier Menschen getötet worden.

Nordkoreas Außenminister kritisierte am Samstag zudem die USA dafür, etwa 20 Soldaten ihrer in Südkorea stationierten Truppen nach Yonpyong entsenden zu wollen, um die Schießübungen zu unterstützen. Die Soldaten würden als “menschliche Schutzschilde“ dienen, hieß es. Die USA haben derzeit etwa 28 500 Soldaten in Südkorea stationiert.

Trotz der Warnungen aus Nordkorea will Südkorea an seinem Manöverplan festhalten. Wann genau die eintägigen Übungen stattfinden, war am Samstag aber noch unklar. Der Zeitpunkt hänge von den Wetterverhältnissen ab, hieß es aus Militärkreisen. Südkorea hatte zuvor Samstag bis kommenden Dienstag als Zeitrahmen gesetzt.

China bekundete unterdessen erneut seine Besorgnis wegen der Spannungen auf der koreanischen Halbinsel. Die Lage sei “extrem unsicher, hochkompliziert und sensibel“, hieß es in einer Erklärung von Vizeminister Zhang Zhijun, aus der die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua zitierte. Wie die südkoreanische Agentur Yonhap unter Berufung auf Regierungsbeamte in Seoul berichtete, hatte Zhang den südkoreanischen Botschafter in Peking in den vergangenen Tagen einbestellt, um Südkorea zum Verzicht auf die Schießübungen zu bewegen. Auch Russland hatte Südkorea am Freitag aufgerufen, das Manöver abzusagen.

UN-Dringlichkeitssitzung zu Korea geplant

Der UN-Sicherheitsrat wird voraussichtlich noch am Samstag eine kurzfristig anberaumte Dringlichkeitssitzung zu den Spannungen zwischen Süd- und Nordkorea abhalten. Russland habe das Treffen beantragt, teilte Sprecher der russischen UN-Mission auf Anfrage mit. Ein genauer Zeitpunkt stehe allerdings noch nicht fest, hieß es am frühen Nachmittag Ortszeit.

dpa

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