Mangelndes Engagement beim Grenzschutz

Oettinger warnt EU-Staaten vor falschen Zusagen

Düsseldorf - EU-Kommissar Günther Oettinger hat die 27 EU-Staaten nach dem Gipfel in Bratislava vor einer Nichterfüllung ihrer finanziellen und personellen Zusagen für den gemeinsamen Grenzschutz gewarnt.

„Wir bauen darauf, dass es den Mitgliedsländern nicht egal ist, wenn bekannt wird, dass sie nichts oder zu wenig für die Sicherung der gemeinsamen EU-Außengrenzen tun. Im Einzelfall müssen wir die Länder nennen, die die Zusagen nicht einhalten“, sagte Oettinger der „Rheinischen Post“ (Samstag). „Es sollte nicht sein, dass die Regierungschefs erst Zusagen machen und sie dann nicht oder nur in Teilen einhalten“, sagte der deutsche Kommissar.

Generell müssten alle Staaten, die ihre Grenze nicht zum Mittelmeer und nicht zur Türkei haben, den von der Flüchtlingsmigration betroffenen Ländern Griechenland, Bulgarien, Italien und Spanien viel mehr helfen als bisher. „Das gilt etwa für Deutschland, Luxemburg, Frankreich, Österreich, Dänemark“, sagte der deutsche Kommissar. „Diese Länder müssen ihre Hilfsleistungen an die überforderten Anrainerländern des Mittelmeers aufstocken“, forderte Oettinger.

Die EU-Grenzschutzagentur Frontex soll zu einer gemeinsamen Grenz- und Küstenwache ausgebaut werden. Bereits Mitte Oktober soll sie an den Start gehen. Für ihre Einsätze sollen die EU-Staaten künftig eine Reserve von mindestens 1500 Grenzschützern bereitstellen. Einsatzteams sollen Staaten bei Bedarf unterstützen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Archivbild)

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