Olympia-Attentat von 1972: Kein Interesse an Geheimakten

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Bei dem misslungenen Befreiungsversuch der israelischen Olympia-Mannschaft kamen alle Geiseln ums Leben. Foto: Göttert

München (dpa) - Mehr als vier Jahrzehnte nach dem Terroranschlag bei den Olympischen Spielen in München sind bislang geheime Akten freigegeben worden. Niemand habe aber bisher um Einsicht gebeten, sagte Archivleiter Christoph Bachmann.

Noch nicht einmal israelische Regierungsbehörden hätten Interesse gezeigt, "was mich schon etwas verwundert", so Bachmann. Die Unterlagen stünden bereits seit Anfang 2015 für wissenschaftliche Forschungen, aber auch für Betroffene oder deren Nachkommen beim Staatsarchiv München zur Einsicht zur Verfügung, berichtete der "Münchner Merkur".

Bei der misslungenen Befreiung der israelischen Olympia-Mannschaft am Flugplatz in Fürstenfeldbruck starben damals alle Geiseln. Am 5. September 1972 hatten palästinensische Terroristen die Sportler im Olympischen Dorf in München als Geiseln genommen, um in Israel Gefangene freizupressen. Der Anschlag endete mit einem Blutbad, insgesamt gab es 17 Tote.

Das Staatsarchiv hat nun Tausende unbekannte Akten zu dem Anschlag offengelegt. Die Dokumente schlummerten mehr als 40 Jahre in den Archiven des Münchner Polizeipräsidiums und weiterer Behörden. Die Offenlegung erfolgte nach Angaben der Zeitung auf Bitten der israelischen Regierung.

Archivchef Bachmann ist davon überzeugt, dass die Sichtung der Polizeiprotokolle, Einsatztagebücher und des umfangreichen Schriftverkehrs zwischen den Ermittlungsbehörden neue Erkenntnisse rund um die Spiele und das Attentat bringen werde. "Da steckt viel drin", meinte er. Einige historische Sachverhalte müssten sicher korrigiert werden.

Staatsarchiv in München

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