Kiew

Justiz bestätigt zwei Tote durch Schüsse

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Die Polizei geht immer härter gegen Demonstranten vor.

Kiew - Die ukrainische Staatsanwaltschaft hat bestätigt, dass in dem von Protesten erschütterten Kiew zwei Menschen erschossen worden sind. Der EU-Kommissionspräsident Barroso ist schockiert.

Die Leichen seien nach Ausschreitungen zwischen Polizei und radikalen Regierungsgegnern in die Bibliothek der Akademie für Wissenschaften gebracht worden, teilte die Behörde am Mittwoch mit. Es liefen Ermittlungen.

Ein Unbekannter habe am Morgen um 5.25 Uhr MEZ den Notruf angerufen und mitgeteilt, dass die Leiche eines Mannes in der Bibliothek liege. Der Körper habe Einschüsse in Kopf und Brust aufgewiesen. Wenige Stunden später sei erneut ein Mann mit Schusswunden in das Gebäude gebracht worden, der kurz darauf gestorben sei, hieß es.

Die prowestliche Opposition warf den Sicherheitskräften vor, auf die Demonstranten zu schießen. Regierungschef Nikolai Asarow wies dies zurück. Es wäre das erste Mal sei der Unabhängigkeit der Ex-Sowjetrepublik 1991, dass Schusswaffen eingesetzt worden.

Barroso droht der Ukraine mit "möglichem Handeln"

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hat den Tod der Demonstranten bedauert und der Regierung in Kiew „mögliches Handeln“ der Europäischen Union angedroht. „Wir sind aufrichtig besorgt, wohin diese Ereignisse die Ukraine tragen“, sagte Barroso am Mittwoch vor Journalisten in Brüssel. „Wir werden diese Entwicklungen genau verfolgen und auch mögliches Handeln der EU und Konsequenzen für unsere Beziehungen zu diesem Land prüfen.“

„Welche Konsequenzen? Im Moment ist es zu früh, das zu sagen. Das ist eine Entscheidung, die gemeinsam (in der EU) getroffen werden muss“, sagte Barroso. „Wir schicken sehr klare Botschaften an die Regierung der Ukraine, nicht diesen Weg einzuschlagen, auf den Weg der demokratischen Reformen, des Pluralismus, der Demokratie zurückzukehren.“ Anderenfalls „müssen wir natürlich nachdenken, was die Folgen für unsere Beziehungen zur Ukraine sind“, sagte er. Es gebe viele Optionen. Die Ukraine hatte im November beschlossen, ein ausgehandeltes Assoziierungsabkommen mit der EU nicht zu unterschreiben.

Schockbilder aus Kiew: Klitschko attackiert

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Barroso sagte, er wolle „ausdrücklich unterstreichen, dass es eine grundlegende Verantwortung der Stellen der Ukraine ist, nun im Sinne einer Deeskalierung zu handeln“. Nötig sei ein „echter Dialog mit der Opposition“.

dpa

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