Papst wünscht sich unbequeme Jugendliche

Papst Franziskus feiert die Heilige Messe in Krakau. Foto: Leszek Szymanski
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Papst Franziskus feiert die Heilige Messe in Krakau. Foto: Leszek Szymanski
Papst Franziskus wird vor der Messe in Krakau von Nonnen empfangen. Foto: Daniel Dal Zennaro
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Papst Franziskus wird vor der Messe in Krakau von Nonnen empfangen. Foto: Daniel Dal Zennaro
Der Heilige Vater bei einer Messe des Weltjungendtreffens in Krakau. Foto: Leszek Szymanski
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Der Heilige Vater bei einer Messe des Weltjungendtreffens in Krakau. Foto: Leszek Szymanski
Nonnen warten in Krakau auf die Ankunft von Papst Franziskus. Foto: Daniel Dal Zennaro
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Nonnen warten in Krakau auf die Ankunft von Papst Franziskus. Foto: Daniel Dal Zennaro
Franziskus im Kloster der Schwestern der Muttergottes von der Barmherzigkeit in Krakau-Łagiewniki. Foto: Osservatore Romano
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Franziskus im Kloster der Schwestern der Muttergottes von der Barmherzigkeit in Krakau-Łagiewniki. Foto: Osservatore Romano
Franziskus auf der Rückbank: Der Papst unterwegs auf den Straße Krakaus. Foto: Andrzej Grygiel
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Franziskus auf der Rückbank: Der Papst unterwegs auf den Straße Krakaus. Foto: Andrzej Grygiel

Eindringlich redet der Papst der Jugend ins Gewissen. "Sofa-Jugendliche" brauche heute keiner. Auch für die Priester hat Franziskus eine ungemütliche Botschaft.

Krakau (dpa) - Papst Franziskus hat die Jugend aufgerufen, "Vorreiter der Geschichte" zu sein. "Liebe junge Freunde, wir sind nicht auf die Welt gekommen, um zu vegetieren, um es uns bequem zu machen, um aus dem Leben ein Sofa zu machen, das uns einschläfert".

Das sagte der Papst am Abend bei einem Nachtgebet des Weltjugendtages vor Hunderttausenden Pilgern nahe Krakau.

"Ein Sofa – wie jene modernen mit einlullenden Massagen – die uns Stunden der Ruhe garantieren, um uns in die Welt der Videospiele zu begeben und Stunden vor dem Computer zu verbringen", fuhr der 79-Jährige fort. Es sei für viele einfacher, "duselige und benommene Jugendliche zu haben". In der heutigen Zeit brauche es aber keine "Sofa-Jugendlichen, sondern junge Menschen mit Schuhen, noch besser mit Stiefeln an den Füßen", um Spuren zu hinterlassen.

Zu der sogenannten Vigil waren die Teilnehmer des Weltjugendtages (WJT) in Krakau den ganzen Tag über auf ein riesiges Feld vor den Toren der Stadt geströmt. Bei großer Hitze legten sie acht bis zehn Kilometer zu Fuß zurück. Anwohner und Helfer reichten ihnen unterwegs immer wieder Getränke oder besprühten sie mit Wasser.

Die Sicherheitskräfte schätzen die Zahl der Teilnehmer an dem Nachtgebet auf etwa eine Million. Die meisten wollten auf dem eigens für den WJT hergerichteten "Feld der Barmherzigkeit" übernachten, um am Sonntag bei der Abschlussmesse des sechstägigen Katholikentreffens dabei zu sein. Auch Franziskus wird daran teilnehmen, ehe er nach fünf Tagen in Polen nach Rom zurückfliegt.

Für die polnische Regierungschefin Beata Szydlo ist der Einfluss von Papst Johannes Paul II. (1920-2005) auch während der Pilgerreise seines Nachfolgers Franziskus ungebrochen. Franziskus zeige Größe in seiner Einfachheit, sagte die nationalkonservative Politikerin dem Sender Radio Krakow. "Er ist gewiss eine andere Gestalt als Johannes Paul II. oder Benedikt XVI., der große Intellektuelle. Johannes Paul ist vor allem unser polnischer Papst und wird für uns immer am wichtigsten sein."

Von dem Appell des Papstes, Flüchtlinge aufzunehmen, sah sich Szydlo nicht angesprochen. "Diejenigen, die Polen kritisieren (...), werden sicher sagen, na bitte, Papst Franziskus ist gekommen und hat Polen belehrt." Es gebe aber auch andere, die darauf hinwiesen, dass Polen Ukrainer aufgenommen habe. Das EU-Land weigert sich, Flüchtlinge aus muslimischen Staaten wie Syrien oder Afghanistan aufzunehmen.

Bei einer Messe mit Ordensleuten und Seminaristen in Krakau drängte Franziskus am Vormittag auf eine offenere und bescheidenere Kirche. "In unserem Leben als Priester und Gottgeweihte kann oft die Versuchung bestehen, ein wenig in uns selbst und in unsere Kreise eingeschlossen zu bleiben, aus Furcht oder aus Bequemlichkeit", sagte das Oberhaupt der Katholiken.

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