Wieder umstrittene Aussagen der AfD-Chefin

Frauke Petry äußert Verständnis für private Waffenkäufe

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Frauke Petry

Berlin - AfD-Vorsitzende Frauke Petry hat kein Problem damit, wenn sich die Menschen in Deutschland bewaffnen. Gerade auf dem Land könne sie das nachvollziehen. Dafür gab es Kritik aus der CDU.

Die Vorsitzende der rechtspopulistischen AfD, Frauke Petry, hält es für gerechtfertigt, dass sich immer mehr Menschen in Deutschland eine Waffe zulegen. "Viele Bürger fühlen sich zunehmend unsicher. Jeder Gesetzestreue sollte in der Lage sein, sich selbst, seine Familie und seine Freunde zu schützen", sagte Petry den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstagsausgabe).

"Wir alle wissen, wie lange es dauert, bis die Polizei, gerade in dünn besiedelten Gebieten, zum Einsatzort gefahren kommt." Daher sei es "kein Grund zur Besorgnis", wenn Bürger sich bewaffneten. Bund und Länder hätten die Polizei "systematisch kaputtgespart", sagte Petry. Der Staat habe sein Gewaltmonopol "stellenweise verloren". Eine Verschärfung des Waffenrechts lehnte Petry kategorisch ab. Dies würde "die anständigen Bürger treffen - und nicht diejenigen, die sich Waffen im Darknet beschaffen", betonte sie.

Nach den jüngsten Gewalttaten in Deutschland waren Forderungen nach einer Verschärfung des Waffenrechts laut geworden. Der Amokschütze von München hatte seine Tatwaffe über einschlägige Internetforen im Darknet gekauft, einem verdeckten Bereich des Internets.

CDU-Vize kritisiert AfD-Chefin

Kritik an den Äußerungen Petrys kam von CDU-Vizevorsitzende Thomas Strobl. „Offenbar will Frau Petry, dass der Staat kapituliert und die Bürgerinnen und Bürger sich selbst in Wild-West-Manier schützen“, sagte der baden-württembergische Innenminister Strobl den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Der Staat hat für die Sicherheit der Menschen zu garantieren.“

Die Zahl der "kleinen Waffenscheine" für den Besitz von Schreckschusswaffen und Reizgas war laut einem Medienbericht im ersten Halbjahr bundesweit um fast 50 Prozent auf 402.000 angestiegen. Mehr scharfe Schusswaffen legten sich die Deutschen dagegen nicht zu. Die Zahl der dafür erforderlichen Waffenbesitzkarten sank geringfügig auf 1,898 Millionen.

Debatte über Bundeswehr und Waffenrecht nach Amoklauf

AFP

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