Algier: Polizei prügelt auf Demonstranten ein

Algier/Paris - In der algerischen Hauptstadt Algier versuchen Sicherheitskräfte mit Gewalt, eine Demonstration von Regimegegnern zu verhindern.

Nach Angaben der Organisatoren der Protestaktion nahmen rund 10.000 Menschen daran teil. Die Behörden sprachen hingegen von 1.500 Teilnehmern. Am Startpunkt des nicht genehmigten Protestmarsches in der Innenstadt prügelten Polizisten am Samstag mit Schlagstöcken auf Demonstranten ein. Nach Angaben eines algerischen Menschenrechtsaktivisten wurden mehr als 400 Menschen festgenommen, darunter Frauen und ausländische Journalisten. Über Verletzte gab es zunächst keine Angaben.

Die algerische Staatsspitze hatte die Hauptstadt Algier bereits am Morgen komplett abriegeln lassen. Rund 30 000 Sicherheitskräfte sollen im Einsatz sein. Der Zugverkehr wurde ausgesetzt, zahlreiche Straßensperren behinderten den Verkehr, berichtete die Zeitung “El Watan“ im Internet. In vielen Stadtteilen seien gepanzerte Lastwagen und Geländewagen der Sicherheitskräfte aufgefahren.

Größere Gruppen von Regimegegnern wurden auf dem Weg zum Startplatz der Demo umzingelt und am Weitergehen gehindert. Einige hundert von ihnen schafften es aber dennoch auf den Platz des 1. Mai. Sie forderten friedlich den Rücktritt des autoritären Präsidenten Abdelaziz Bouteflika und einen demokratischen Wandel. Regimefreundliche Gegendemonstranten konnten sich ungehindert bewegen. Sie provozierten die Oppositionellen mit Pro-Bouteflika-Rufen.

Beflügelt von den Ereignissen in Tunis und Kairo ist in Algerien der Zorn gegen die Herrschaft Bouteflikas in den vergangen Wochen immer weiter angewachsen. Zahlreiche Menschen im Land sehnen sich nach besseren Lebensverhältnissen, nach mehr Demokratie und Chancengleichheit. Zu der Demonstration an diesem Samstag hatte bereits vor etlichen Tagen ein Bündnis von Oppositionsvertretern aufgerufen.

dpa/dapd

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