Prozess: „Systematisches Bordell“ für Berlusconi

Mailand - In der Sexaffäre „Ruby“ haben Mailänder Staatsanwälte schweres Geschütz gegen Vertraute des Regierungschefs Berlusconi aufgefahren. Der Vorwurf: Sie sollen Callgirls an den Regierungschef vermittelt haben.

Die Vertreter der Anklage verlangten am Montag, gegen das Trio offiziell einen Prozess wegen Begünstigung der Prostitution zu eröffnen. Es habe ein ausgeklügeltes System gegeben, um die wilden Partys in Berlusconis Villa bei Mailand “mit Mädchen zu beliefern, die zur Prostitution bereit gewesen sind“, argumentierten sie. Staatsanwalt Pietro Forno sprach von einem systematisch aufgezogenen “Bordell“, das die Wünsche des 74-jährigen Berlusconi habe befriedigen sollen. In dem Vorverfahren geht es darum, ob ein Prozess wegen Beihilfe zur Prostitution auch minderjähriger Mädchen gegen den Fernseh-Nachrichtenchef Emilio Fede, die Regionalpolitikerin Nicole Minetti und den Showmanager Lele Mora eingeleitet wird. Sie sollen etliche Callgirls vermittelt und bezahlt haben.

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Das von dem Prozess gegen Berlusconi abgetrennte Verfahren ist noch im Vorstadium. Die Beschuldigten erschienen am Montag nicht vor Gericht. Der Prozess gegen den 74-jährigen Regierungschef wegen Sex mit minderjährigen Prostituierten und Amtsmissbrauchs ist bisher auch nach drei Anhörungen nicht vom Fleck gekommen. Die Anwälte des Medienunternehmers und Milliardärs haben nicht weniger als 16 Einsprüche vorlegt, das Gericht will darüber am 18. Juli entscheiden. Danach dürfte dieser Prozess auf die Zeit nach der Sommerpause verschoben werden.

dpa

Rubriklistenbild: © AP

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