Putin in Peking: Russland und China wollen Bündnis vertiefen

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Abgemacht: Der russische Präsident Wladimir und sein chinesischer Amtskollege Xi Jinping tauschen Verträge aus. Foto: Greg Baker

Russlands Wirtschaft steckt wegen westlicher Sanktion in der Krise. Um deren Auswirkungen zu mildern, wirbt Wladimir Putin bei einem Besuch in Peking um neue Kooperationen. Zahlreiche Abkommen werden geschlossen. Doch wie rund läuft es wirklich zwischen den Großmächten?

Peking (dpa) - Russland und China wollen mit teils spektakulären Projekten ihre Partnerschaft ausbauen. Bei eines Besuch des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Peking unterzeichneten beide Staaten viele Abkommen in Bereichen wie Flugzeugbau, Infrastruktur, Handel, Technologie und Innovation. 

Beide Seiten schlossen Verträge zur gemeinsamen Entwicklung eines Langstrecken-Großraumflugzeugs ab, der in Konkurrenz zu Airbus und Boeing treten würde, wie die russische Nachrichtenagentur Itar-Tass berichtete. Hierzu war bereits vor zwei Jahren eine Absichtserklärung unterzeichnet worden. Chinesische und russische Firmen sollen zudem eng bei Gas- und Ölprojekten kooperieren. 

Über den Bau einer Hochgeschwindigkeits-Zugstrecke von Moskau ins 700 Kilometer östlich der russischen Hauptstadt gelegene Kazan solle bis Ende des Jahres eine Einigung erzielt werden. Weiterhin würden Gespräche über 50 Abkommen im Wert von mehr als 50 Milliarden US-Dollar geführt. 

Zuvor war Putin mit seinem Amtskollegen Xi Jinping und Regierungschef Li Keqiang zusammengekommen. Putin sagte, beide Seiten hätten sich darauf geeinigt, die Handelsbeziehungen auszubauen. Zwar habe sich die instabile Lage auf den Rohstoff- und Währungsmärkten zuletzt auch auf den Handel zwischen China und Russland ausgewirkt. Gemeinsam wolle man jedoch "diesen Trend ändern".

Putin lobte die Beziehungen zum Nachbarn als eine "allumfassende und strategische Partnerschaft". Xi sagte, dass beide Länder die Idee förderten, "Freunde für immer zu sein".

Putin sieht in einem Heranrücken an China die Chance, den Effekt von Wirtschaftssanktionen auf Russland zu schmälern, die Europa und die USA wegen der Krise in der Ukraine gegen Moskau verhängt haben. 

Um seine Abhängigkeit von Europa zu verringern, hatte Moskau bereits vor zwei Jahren mit Peking Gaslieferung in einem Umfang von 400 Milliarden US-Dollar vereinbart. Das soll über eine Leitung geschehen, die bis 2018 fertiggestellt sein soll. Beide Länder hatten seitdem über eine Vielzahl neuer Kooperationen diskutiert.

Viele Projekte kamen bislang über Verhandlungen nicht hinaus, weil das Misstrauen chinesischer Investoren wegen der angespannten Lage der russischen Wirtschaft wächst. In Russland nimmt gleichzeitig die Angst vor einer zu großen wirtschaftlichen Abhängigkeit von China zu. Der Handel beider Länder war im vergangenen Jahr von 100 Milliarden US-Dollar auf rund 60 Milliarden zurückgegangen.

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