Rechtsextremer Reserve-Offizier in Afghanistan

Hamburg - Die Bundeswehr hat nach Medien-Informationen einen Reserve-Offizier nach Afghanistan geschickt, der von Sicherheitsbehörden als rechtsextrem eingestuft wird.

Mit dem Fall des aus Nordhessen stammenden Hauptmanns befasse sich der Militärische Abschirmdienst (MAD), berichtet des „Sterns“ in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe. Das Verteidigungsministerium wollte sich auf Anfrage unter Hinweis auf daten- und personenrechtliche Bestimmungen nicht zum konkreten Fall äußern.

Grundsätzlich aber sei das Eintreten für die freiheitlich demokratische Grundordnung unabdingbare Voraussetzung für den Dienst in der Bundeswehr, sagte ein Sprecher. Dies gelte auch für Reservisten. Sollten sich bei einer Überprüfung Zweifel daran bestätigen, folge zwangsläufig die Entlassung aus dem aktiven Dienst.

Laut „Stern“ hatte der nun in Afghanistan eingesetzte Reservist 2008 einen Antrag auf Mitgliedschaft in der rechtsextremen NPD gestellt, war aber abgelehnt worden. Außerdem soll er an Treffen einer Neonazi-Kameradschaft teilgenommen haben, die der hessische Verfassungsschutz seit Jahren beobachtet. Diese Informationen lagen dem MAD offenbar nicht vor. Er kann selbst erst Nachforschungen anstellen, sobald jemand aktiv in der Bundeswehr dient.

dpa

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