Regierungschef Thaci ist Wahlsieger im Kosovo

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Wahlsieger im Kosovo: Hashim Thaci.

Pristina - Regierungschef Hashim Thaci hat die erste Parlamentswahl seit der Unabhängigkeit Kosovos vor drei Jahren klar gewonnen. Seine PDK habe rund 36 Prozent der Stimmen errungen.

Das berichtete die staatliche Wahlkommission am Montagabend in Pristina mehr als 24 Stunden nach Schließung der Wahllokale. Die LDK als bisheriger Juniorpartner in der Regierung kam mit knapp 24 Prozent auf den zweiten Platz. Dritter wurde die ehemalige Studentenbewegung Vetevendosje mit gut 12 Prozent. Den vierten Platz belegte die AAK von Ramush Haradinaj, der sich zur Zeit wegen Kriegsverbrechen vor dem UN-Tribunal in Den Haag verantworten muss. Sie errang knapp elf Prozent der Stimmen.

Die AKR des albanischstämmigen Schweizer Unternehmers Behgjet Pacolli kam mit mit sieben Prozent auf den letzten Platz. Alle anderen Parteien verfehlten die Fünf-Prozent-Hürde, wie die Wahlkommission weiter mitteilte. Nur knapp 48 Prozent der 1,6 Millionen Wähler hätten sich an der Parlamentswahl beteiligt. Dies wurde von vielen Kommentatoren mit der Resignation der Bürger gegenüber dem politischen System erklärt. Internationale Beobachter vom Europarat und aus den USA bezeichneten die Wahl als fair. Demgegenüber behaupteten zahlreiche Parteien, die PDK von Thaci habe die Abstimmung massiv manipuliert.

“Das Manipulationsniveau bei der Kosovo-Wahl war höher als in Afghanistan“, schimpfte die erstmals angetretene Partei FER (Frischer Wind), die mit nur 2,2 Prozent deutlich schlechter abschnitt als in allen Meinungsumfragen vorausgesagt. Man verfüge über Dokumente, die den groß angelegten Wahlbetrug der PDK-Partei belegten, hieß es. Vetevendosje (Selbstbestimmung) führte ein Video vor, auf dem ein Mann Dutzende Stimmzettel ausfüllt.

Die zweitplatzierte LDK behauptete, sie habe genauso viele Stimmen erzielt wie die PDK. Auch Haradinajs AAK behauptete drastische Manipulationen des Wahlprozesses. “Es gab sehr viel Betrug, die Wahlen wurden manipuliert“, sagte ein AAK-Sprecher am Montag in Pristina. Man habe Fälle von mehrfacher Stimmabgabe ebenso dokumentiert wie Wahlzettel von Toten und Menschen im Ausland. Vetevendosje und AAK kündigten an, das Wahlergebnis nicht anerkennen zu wollen.

dpa

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