Gegen Separatisten

Ukrainischer Oligarch ruft zum Widerstand auf

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Hat in einem Clip zum Widerstand gegen die Separatisten aufgerufen: Rinat Achmetow.

Donezk - Rinat Achmetow, reichster Ukrainer und Besitzer eines Stahlwerks im Osten des Landes, hat in einem Video zum Widerstand gegen die prorussischen Separatisten aufgerufen. Zehntausende schlossen sich an.

Der reichste Mann der Ukraine und größte Arbeitgeber im Osten des Landes hat am Dienstag zum friedlichen Aufstand gegen die prorussischen Separatisten geblasen. "Ich ruf alle meine Beschäftigten zu Protesten auf", erklärte Oligarch Rinat Achmetow in einem online veröffentlichten Video - und könnte damit einen Wendepunkt eingeleitet haben. Nach UN-Angaben sind inzwischen 10.000 Menschen von der Krim und aus der Ostukraine geflohen.

Achmetow, dem auch der Fußballclub Schachtjor Donezk gehört, hat bislang zwischen Übergangsregierung in Kiew und Rebellen laviert. Zwar ließ er schon in der vergangenen Woche Barrikaden der Aufständischen räumen, doch hielt er sich mit politischen Festlegungen zurück. Wenige Tage vor der Präsidentschaftswahl schlug er sich nun auf die Seite Kiews. "Die Menschen haben genug davon, in Angst und Terror zu leben", erklärte er.

Erste Demonstrationen fanden am Dienstag in Donezk und Mariupol statt. In Mariupol versammelten sich tausende Angestellte des Oligarchen, wie AFP-Reporter berichteten. Die Vertreter der selbsternannten Volksrepublik Donezk "verwandeln unsere Region in einen Albtraum", erklärte ein Manager der Fabrik. Hinter Achmetows Protest könnte indes auch die Sorge stehen, die Separatisten machten mit ihrer Ankündigung ernst, die Unternehmen des Oligarchen zu "nationalisieren".

Die Unruhen haben nach Angaben des UN-Flüchtlingswerkes UNHCR rund 10.000 Menschen in die Flucht getrieben. Der Exodus habe schon vor dem Referendum Mitte März auf der Krim zum Anschluss an Russland begonnen und "seither allmählich zugenommen". Bei den Flüchtlingen handele es sich mehrheitlich um Tataren, allerdings hätten die örtlichen Behörden zuletzt auch einen Anstieg unter ethnischen Ukrainern, Russen und ukrainisch-russischen Familien gemeldet, sagte UNHCR-Sprecher Adrian Edwards.

Es handele sich vor allem um Binnenflüchtlinge, die in den Westen oder ins Zentrum des Landes auswichen, erklärte das UNHCR. Hauptfluchtgründe seien "persönliche Bedrohung" oder "Angst vor Unsicherheit und Verfolgung". Der führende UN-Menschenrechtsvertreter Ivan Simonovic mahnte, vor allem in der Region Donezk gehe inzwischen der Vorrat an lebenswichtigen Gütern wie etwa Insulin und anderen Arzneimitteln aus, was viele Menschen zur Flucht treibe.

afp

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