Schröder feiert mit Putin

Riexinger: "Umgang mit Schröder ist dumm"

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Gerhard Schröder und Wladimir Putin.

Berlin - Darf man das? Altkanzler Schröder feiert mit Russlands Präsident Putin seinen Geburtstag nach. Mitten im Ukraine-Konflikt. Die Kritik an Schröder reißt nicht ab.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) hat die Kritik an Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) wegen dessen Geburtstagsfeier mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in St. Petersburg zurückgewiesen. "Auch Veranstaltungen wie dieser Empfang sorgen dafür, dass der Gesprächsfaden zwischen beiden Länder aufrecht erhalten bleibt", sagte Sellering, der selbst zu den Gästen der Party zählte, der "Welt" (Mittwochsausgabe).

Auch der Linken-Chef Bernd Riexinger nahm Schröder in Schutz: "Der Umgang mit Altkanzler Schröder ist dumm", sagte er "Handelsblatt Online". In der Krimkrise hätte der 70-Jährige eine "wichtige Vermittlerrolle bei Putin spielen können, wenn man ihn in die Pflicht genommen hätte", erklärte Riexinger. Es sei "nicht hilfreich, wenn alle direkten Drähte zur russischen Führung gekappt werden".

Er habe „kein Verständnis dafür“, sagte der FDP-Vorsitzende Christian Lindner dem Sender n-tv. „Als Bundeskanzler hat man auch nach dem Ausscheiden aus dem Amt die politische und moralische Verpflichtung, die Außenpolitik der Bundesrepublik Deutschland zu unterstützen und nicht von außen zu durchkreuzen.“

Bouffier: Schröder "stillos"

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier warf Schröder vor, seine Umarmung mit Putin sei „stillos“ gewesen. Putin verfolge eine „Politik der Aggression“, sagte der CDU-Politiker der „Frankfurter Neuen Presse“. „Ich erwarte, dass ein ehemaliger Bundeskanzler weiß, wie so etwas auf Menschen wirkt. In der Ukraine, aber auch in Polen und in den baltischen Staaten leben viele in Angst.“

SPD-Bundesvize Ralf Stegner sagte dem Sender n-tv mit Blick auf Schröder: „Ich will hoffen, dass er die Begegnung genutzt hat, um dem Putin zu sagen: Kümmere Dich mal mit stärker darum, dass die Leute freikommen, die da als OSZE-Beobachter in Gefangenschaft sind.“ Unter den Gefangenen sind auch vier Deutsche.

Schröder und Putin hatten sich am Montagabend in St. Petersburg getroffen und sich zur Begrüßung angelächelt und umarmt. Im Petersburger Jussopow-Palast fand ein Empfang der Nord Stream AG zu Ehren Schröders statt. Schröder ist Vorsitzender des Aktionärsausschusses des vom russischen Staatskonzern Gazprom dominierten Unternehmens. Nord Stream baute und betreibt die gleichnamige Ostsee-Pipeline, durch die Erdgas von Russland nach Deutschland geleitet wird. Die Begegnung der beiden Politiker sorgte für Empörung quer durch die Parteien.

afp

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