USA und Russland vereinbaren Abrüstung von Atomwaffen

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USA und Russland wollen ihre Atomwaffen abrüsten.

Washington - Die USA und Russland haben sich auf das umfassendste Abkommen zur Abrüstung von Atomwaffen seit zwei Jahrzehnten geeinigt.

Der Vertrag sei ein wichtiger Schritt zu einem besseren Verhältnis zwischen beiden Staaten, sagte US-Präsident Barack Obama am Freitag in Washington. Zuvor hatten er und sein russischer Kollege Dmitri Medwedew telefonisch die letzten Hindernisse aus dem Weg geräumt. Das Abkommen sieht die Reduzierung atomarer Langstreckenwaffen auf beiden Seiten um rund ein Drittel vor und ersetzt den START-Vertrag von 1991. “Atomwaffen stehen sowohl für die dunkelsten Tage des Kalten Krieges als auch für die größte Gefahr unserer Zeit“, sagte Obama. Mit dem Abkommen ließen beide Staaten die Vergangenheit hinter sich und bereiteten eine sicherere Zukunft für kommenden Generationen vor.

Der neue Vertrag soll demnach am 8. April in Prag unterschrieben werden, wo der US-Präsident im vergangenen April verkündet hatte, er strebe eine atomwaffenfreie Welt an. Ein Sprecher Medwedews sagte der Nachrichtenagentur Interfax, der Vertrag komme den Interessen beider Seiten entgegen. Das Abkommen sieht vor, dass sowohl Russland als auch die USA die Zahl ihrer atomaren Langstreckenwaffen von 2.200 auf 1.500 verringern. Den Partnern bleiben nach der Ratifizierung sieben Jahre Zeit, die vereinbarten Ziele umzusetzen.

USA und Russland können sich immer noch auslöschen

Trotzdem werden beide Seiten auch danach die Fähigkeit behalten, sich gegenseitig auszulöschen. Die Übereinkunft sieht auch eine leichte Reduzierung der einsatzbereiten Trägersysteme vor. Medwedew und Obama wollen den Vertrag zwar schon im April unterzeichnen; damit er in Kraft treten kann, müssen aber noch die Duma und der Senat zustimmen. In den USA wird es vor der Ratifizierung wohl eine lange und harte Debatte geben.

Obama: “Haben Worten Taten folgen lassen“

Für Obamas Regierung ist der Vertrag ein wichtiger Schritt zur Umsetzung der angekündigten Ziele. “Wir haben Worten Taten folgen lassen“, sagte Obama. Außenministerin Hillary Clinton wies darauf hin, dass im April in Washington eine Konferenz stattfinden soll, auf der es darum geht, wie die Weiterverbreitung von Atomwaffen verhindert werden kann. Clinton lobte die neuen Kontrollmechanismen, auf die sich Russland und die USA einigten. Bis zuletzt hatte sich Russlang gegen diese Auflagen gewehrt. Die nun erzielt Einigung verringere die Gefahr von Missverständnissen.

Das Abkommen soll den am 5. Dezember ausgelaufenen Vertrag zur Verringerung der strategischen Atomwaffen (START) von 1991 ablösen. Dieser war ein Meilenstein bei der Beendigung des Kalten Kriegs, beide Seiten verpflichteten sich damals zu einem Limit von jeweils 6.000 Atomsprengköpfen für Langstreckenraketen. Zwtl: Westerwelle: Guter Tag für die Abrüstung Bundesaußenminister Guido Westerwelle sprach von einem “guten Tag für die Abrüstung“. Die Reduzierung strategischer Atomwaffen sei ein Meilenstein, um die atomare Abrüstung insgesamt voranzubringen. Er erhoffe sich davon ein Signal für internationale Abrüstungsbemühungen auch in anderen Bereichen.

DAPD

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