Seehofer und Marx kritisieren Boykott von Papst-Rede

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Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU, links) und der Münchner Kardinal Reinhard Marx

München - Knapp eine Woche vor dem Deutschlandbesuch des Papstes haben Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und der Münchner Kardinal Reinhard Marx Unverständnis für den geplanten Boykott der Papst-Rede im Bundestag geäußert.

“Man wundert sich über manche Reaktionen. Aber das wird sich auch wieder legen. Der Papst wird sicher eine große und wichtige Rede halten. Da bin ich ganz gelassen - und er sicher auch“, sagte Münchens Erzbischof am Freitag nach einem Treffen des bayerischen Kabinetts mit den katholischen Bischöfen aus dem Freistaat.

“Ein Stück mehr Respekt und Würde von Parlamentariern anlässlich der Rede vor dem Bundestag würde ich mir schon wünschen“, betonte Seehofer. Er sei jedoch wie Marx davon überzeugt, dass man nach der Rede von Papst Benedikt XVI. am kommenden Donnerstag mehr über deren Inhalt diskutieren werde als über das Fernbleiben von rund 100 Oppositionspolitikern. Die Parlamentarier von SPD, Grünen und Linken halten den Auftritt des Kirchenoberhauptes mit der religiösen Neutralität des Staates für unvereinbar.

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Bei der Rede will Seehofer im Bundestag sein. “Wir sind Papst, wir Bayern. Da ist es ja wohl selbstverständlich, dass Bayern seinen Papst in Berlin begrüßt“, sagte der Ministerpräsident. Vom 22. bis 25. September besucht der Papst Deutschland mit Stationen in Berlin, Thüringen und Freiburg.

Neben Marx und Seehofer hatten bereits mehrere Bischöfe und der Vatikan die Haltung der Parlamentarier als blamabel kritisiert. Auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) und CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt äußerten Unverständnis über den angekündigten Boykott der Papst-Rede. Herrmann sprach von einem “geistigen und politischen Armutszeugnis“. Dobrindt schrieb im CSU-Parteiorgan “Bayernkurier“, der Boykott sei schäbig.

Der bayerische SPD-Landesvorsitzende Florian Pronold zeigte hingegen Verständnis für die Abgeordneten, die an der Bundestagssitzung nicht teilnehmen wollen. Wenn einige Fraktionskollegen fernblieben, sei das deren persönliche Entscheidung, die zu respektieren sei, sagte Pronold der “Mittelbayerischen Zeitung“ (Samstag). Er verstehe die “künstliche Aufregung“ nicht. Pronold selbst will sich die Rede des Pontifex allerdings anhören.

dpa

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