Während des Freitagsgebets

Selbstmordattentäter tötet 28 Menschen in Moschee

Islamabad - Ein Attentäter der Taliban hat sich in einer Moschee im Nordwesten Pakistans während des Freitagsgebets in die Luft gesprengt und mindestens 28 Gläubige in den Tod gerissen.

Durch die Wucht der Explosion seien zudem 30 Menschen in dem Dorf Butmaina im Stammesgebiet Mohmand verletzt worden, teilte der örtliche Behördenvertreter Naveed Akbar mit. Eine Gruppe der islamistischen Taliban-Rebellen bekannte sich zu der Bluttat.

Der Einwohner Shireen Zada, der in einer anderen Moschee in der Nähe gebetet hatte, hörte die Explosion auf dem Heimweg. "Ich rannte dorthin und als ich die Halle betrat, sah ich Blut und menschliche Überreste überall und schreiende Menschen", sagte er der Nachrichtenagentur AFP. "Ich brachte meinen Pickup, lud drei Verletzte auf und fuhr sie zum Krankenhaus" in der nächstgelegenen Stadt Khar.

Ministerpräsident Nawaz Sharif verurteilte den "feigen Anschlag" und versicherte, die Regierung werde im Kampf gegen den Terror nicht nachlassen. Das Dorf, in dem der Anschlag verübt wurde, liegt in dem halbautonomen Stammesbezirk Mohmand in der unwegsamen Bergregion an der Grenze zu Afghanistan, in der es seit Jahren Kämpfe zwischen der Armee und den Taliban gibt.

Die radikale Taliban-Gruppierung Jamaat-ul-Ahrar bekannte sich in einer E-Mail an Medien zu der Tat. Die Rebellengruppe verübt in dem Gebiet immer wieder Angriffe auf Schulen, Gerichtsgebäude und religiöse Einrichtungen. Die Islamistengruppe erklärte, sie habe mit dem Anschlag die Tötung von 13 ihrer Mitglieder durch eine örtliche Miliz rächen wollen, die mit Unterstützung der Regierung gegen die Taliban kämpft.

Jamaat-ul-Ahrar bekannte sich auch zu einem Anschlag auf ein Gericht in Mardan, bei dem am 2. September 14 Menschen getötet wurden, sowie zu einem Attentat auf Anwälte in Quetta, dem am 8. August 73 Menschen zum Opfer gefallen waren. Auch der bisher tödlichste Anschlag dieses Jahr, bei dem zu Ostern in einem Park in Lahore 75 Menschen getötet worden waren, ging auf ihr Konto.

Der schlimmste Taliban-Anschlag war im Dezember 2014 verübt worden, als Kämpfer eine Militärschule in Peshawar stürmten und mehr als 150 Menschen töteten, die meisten von ihnen Kinder. Die Armee hatte zuvor eine Offensive gestartet, um die Taliban aus den nordwestlichen Stammesgebieten zu vertreiben und den Aufstand zu beenden, in dem seit 2004 tausende Menschen getötet wurden.

Seitdem ist die Zahl der Anschläge in Pakistan deutlich zurückgegangen. Laut der Organisation South Asia Terrorism Portal wurden vom 1. Januar bis zum 11. September 457 Zivilisten und 182 Sicherheitskräfte getötet. Damit dürfte die Opferzahl dieses Jahr noch unter der von 2015 liegen, als so wenige Tote gezählt wurden wie seit 2007 nicht mehr, als die pakistanischen Taliban gegründet wurden.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

Meistgelesene Artikel

Grünen-Politiker tot am Rheinufer aufgefunden

Mannheim - Am Montagmorgen wurde am Brühler Rheinufer eine verbrannte Leiche gefunden. Dabei soll es sich um den Landtagsabgeordneten Wolfgang …
Grünen-Politiker tot am Rheinufer aufgefunden

Seehofer erleidet erneut Schwächeanfall

München - Schreckmoment in der Münchner Staatskanzlei: Ein Schwächeanfall hat Ministerpräsident Horst Seehofer bei einer Bürgersprechstunde gestoppt.
Seehofer erleidet erneut Schwächeanfall

Fidel Castro (90) gestorben - Staatstrauer in Kuba

Havanna - Er war einer der großen Revolutionäre des 20. Jahrhunderts - tief verehrt von den einen, gehasst von den anderen. Jetzt ist der Máximo …
Fidel Castro (90) gestorben - Staatstrauer in Kuba

Kommentare