300 Soldaten für Awacs-Flüge

Berlin - Am Libyen-Krieg wird sich die Bundeswehr nicht beteiligen, in Afghanistan übernimmt sie dafür mehr Verantwortung. Bis zu 300 Bundeswehrsoldaten zusätzlich werden an den Hindukusch geschickt.

Die Bundesregierung will bis zu 300 Soldaten für Awacs-Aufklärungsflüge in Afghanistan zur Verfügung stellen. Das Mandat, das die Koalition noch in dieser Woche im Bundestag durchsetzen will, soll bis zum 31. Januar 2012 gelten. Die Kosten betragen 8,8 Millionen Euro.

Awacs ist die Abkürzung für “Airborne Warning And Control System“ (luftgestütztes Warn- und Überwachungssystem). Es sind Spezialversionen der Boeing 707 mit einem pilzförmigen Radaraufbau, der Flugzeuge, Schiffe oder andere Objekte in bis zu 400 Kilometern Entfernung orten und identifizieren kann. Das elektronische Auge überblickt ein Gebiet von 312 000 Quadratkilometern, knapp die Fläche Deutschlands. Die Maschinen fliegen in bis zu 10 000 Metern Höhe, sind maximal 850 Stundenkilometer schnell und können ohne aufzutanken mehr als zehn Stunden in der Luft bleiben.

Das sind die Taliban

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Die Nato-Frühwarnflotte besteht aus zwei Einsatzverbänden mit insgesamt 24 AWACS-Maschinen. In Geilenkirchen bei Aachen sind davon 17 stationiert, im britischen Waddington 7. Die Maschinen werden meist mit einer Besatzung von 16 Spezialisten geflogen, darunter Computer- und Radarexperten. Bereits jetzt überwachen die Awacs-Flieger im Rahmen der Anti-Terror-Mission “Active Endeavour“ den Mittelmeerraum.

In Afghanistan werden die Awacs laut Mandatstext folgende Aufgaben haben: Erstellung eines Luftlagebildes, Unterstützung von Operationen der internationalen Schutztruppe am Boden, Koordinierung des militärischen Luftverkehrs und der Luftbetankung, Relaisfunktion für militärischen Datenaustausch.

dpa

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