Zank unter Partnern

Obama sagt Teilnahme am Golf-Gipfel ab

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Barack Obama will nur den saudischen König treffen.

Washington - Der Zank unter den strategischen Partnern am Golf wird Präsident Obama zu viel. Und deshalb trifft er nur einen einzigen Monarchen.

US-Präsident Barack Obama hat das für Ende des Monats geplante Gipfeltreffen mit den Monarchen der Golfstaaten abgesagt. Die Spannungen unter den sechs Mitgliedern des Golf-Kooperationsrates (GCC) seien zu stark, als dass ein Gelingen des Gipfels gewährt gewesen wäre, berichtete das „Wall Street Journal“ am Freitag unter Berufung auf US-Diplomaten, die über die Entscheidung in Kenntnis gesetzt worden waren. Zugleich werde aber Obama mit dem saudischen König Abdullah zum Abschluss seiner Europa-Reise, die im Zeichen der Ukraine-Krise steht, unter vier Augen sprechen.

Kaum Aussicht auf Entschärfung des Streits

Saudi-Arabien ist der wichtigste strategische Partner der USA unter den arabischen Ländern. Im GCC, dem neben dem islamischen Königreich auch Kuwait, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Bahrain, Katar und der Oman angehören, herrscht große Uneinigkeit über die Unterstützung von Rebellen in Syrien, über die Einschätzung des Militärcoups in Ägypten 2013 und über den Umgang mit dem Iran. Zu Monatsbeginn hatten Saudi-Arabien, die VAE und Bahrain ihre Botschafter aus Katar abgezogen.

Die GCC-Länder sind mehr oder weniger absolutistische Monarchien, mit einem König, Emir oder Sultan an der Spitze. Einige hätten von sich aus von einem Gipfel mit Obama abgeraten, hieß es im „Wall Street Journal“-Beitrag. „Wir ermutigen die Golfstaaten, ihre Differenzen so schnell wie möglich im Interesse der regionalen Sicherheit und des Zusammenhalts beizulegen“, zitierte das Blatt die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates der USA, Bernadette Meehan.

Die Aussichten für eine Entschärfung des Streits unter den Golfmonarchien sind aber derzeit eher gering. Katar unterstützt in Syrien ultra-islamistische Milizen, die mit den von Saudi-Arabien geförderten bewaffneten Gruppen rivalisieren. Das kleine Golfemirat steht auch treu zur Muslimbruderschaft, die nach ihren Wahlsiegen in Ägypten im Vorjahr vom Militär entmachtet wurde. Saudi-Arabien und die VAE erblicken in der international verzweigten islamistischen Laien-Organisation eine Gefahr für ihre vom muslimischen Klerus mitgetragenen monarchischen Systeme.

Streit belastet auch den Arabischen Gipfel

Im Umgang mit dem Iran und seinen Nuklearambitionen steht wiederum Saudi-Arabien in markantem Gegensatz zu Washington. Während die US-Administration derzeit auf Gespräche mit Teheran setzt, um das Mullah-Regime von möglichen Atomwaffen-Plänen abzubringen, wünscht sich Riad, dass die verbündete Großmacht schärfer gegen den regionalen Rivalen vorgeht. Der Oman unter Sultan Kabus steht hingegen für eine konziliantere Haltung - dort hatten die Geheimgespräche zwischen amerikanischen und iranischen Diplomaten stattgefunden, die zu den nunmehr laufenden internationalen Verhandlungen mit dem Iran führten.

Der Streit unter den Golfmonarchien dürfte auch den Arabischen Gipfel überschatten, der am kommenden Dienstag in Kuwait-Stadt beginnen soll. Hierbei treffen sich die Staats- und Regierungschefs der Mitgliedsstaaten der Arabischen Liga, unter ihnen auch der Irak. Das schiitisch dominierte gilt als Verbündeter des Irans, der als nicht-arabisches Land in diesem Kreis nicht vertreten ist.

dpa

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