"Spiegel": Schäuble wappnet sich für Fall von Griechenland-Pleite

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Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble

Berlin - Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) wappnet sich laut "Spiegel" für den Fall einer Pleite Griechenlands. Schäuble hatte Griechenland am Samstag erneut eindringlich aufgefordert, die Zusagen für Finanzhilfen einzuhalten.

Schäubles Beamten spielen demnach sämtliche Szenarien durch, die sich im Falle eines Zahlungsausfalls des Landes ergeben könnten. "Es ist völlig klar: Griechenland muss die eingegangenen Verpflichtungen erfüllen", stellte Schäuble in Marseille am Rande des G8-Finanzministertreffens klar.

Gegenwärtig seien die Voraussetzungen nicht erfüllt für eine Auszahlung der im September fälligen nächsten Kredittranche aus dem ersten Hilfspaket der Europäer und des Internationalen Währungsfonds (IWF). Das sei zwar eine schwierige Lage für Griechenland, sagte Schäuble, betonte aber zugleich. "Es ist nicht so, dass eine unmittelbare Zuspitzung bevorsteht."

Laut "Spiegel" gibt es im Finanzministerium grundsätzlich zwei Varianten einer möglichen Griechenland-Pleite. Bei der ersten bleibe das Land in der Währungsunion, bei der anderen gebe es den Euro als Zahlungsmittel auf und führe die Drachme wieder ein. Eine Schlüsselrolle in den Überlegungen komme dem europäischen Rettungsschirm EFSF zu. Er solle so schnell wie möglich mit den neuen Kompetenzen ausgestattet werden, die ihm der Euro-Krisengipfel der Staats- und Regierungschefs Ende Juli zugedacht habe.

Schäubles Beamte setzten zum einen auf vorbeugende Kreditlinien, die Ländern wie Spanien oder Italien helfen sollen, wenn Anleger nach einer Insolvenz Griechenlands ihnen nichts mehr leihen. Zudem könnten Banken in zahlreichen Euroländern auf Milliarden vom Rettungsschirm angewiesen sein, weil sie ihre Bestände an griechischen Staatsanleihen abschreiben müssten.

dpa

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