Star-Reporter enthüllt: Afghanistan-Streit im Weißen Haus

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Star-Journalist Bob Woodward (Foto links) enthüllt: Im Weißen Haus gab es heftigen Streit über die Afghanistan-Politik von Präsident Barack Obama.

Washington - Im Weißen Haus gab es laut dem Starjournalisten Bob Woodward harten Streit  - bis hin zu persönlichen Beleidigungen - über die Afghanistan-Politik von Präsident Barack Obama.

Im Beraterkreis von US-Präsident Barack Obama ist über die Afghanistan-Strategie noch kontroverser gestritten worden, als bisher in der Öffentlichkeit ohnehin bekannt war. Dabei kam es nach einem Buch des bekannten US-Enthüllungsjournalisten Bob Woodward auch zu persönlichen Anfeindungen. So habe Vizepräsident Joe Biden den Afghanistan-Gesandten Richard Holbrooke den “egoistischsten Bastard“ genannt, “den ich je getroffen habe“.

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Woodwards Buch “Obama's Wars“ (“Obamas Kriege“) erscheint kommende Woche; die “New York Times“ und die “Washington Post“ berichteten am Dienstag vorab daraus. Holbrooke und andere Berater werden darin mit der Einschätzung zitiert, dass Obamas Strategie nicht funktionieren könne, die US-Truppenpräsenz in Afghanistan zeitlich zu begrenzen. “Ich will eine Rückzugsstrategie“, zitiert Woodward Obama, den er für sein Buch interviewte. Obama sei davon überzeugt, dass ihm die amerikanische Öffentlichkeit nur zwei Jahre zur Lösung des Afghanistankonflikts gebe. Zudem sei ein Fahrplan für den Rückzug notwendig, weil er “nicht die ganze Demokratische Partei“ verlieren könne.

Oval Office: Hier arbeitet der US-Präsident

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Generalleutnant Douglas Lute, Obamas Afghanistan-Berater, wird mit der Einschätzung zitiert, dass Obamas Strategie-Entscheidung nicht im Einklang seiner Lageanalyse stehe. Generalstabschef Admiral Mike Mullen hatte derweil offenbar den Eindruck, dass sein Stellvertreter, General James Cartwright, ihm in den Rücken gefallen sei. Cartwright habe Mullen abgelehnt, weil dieser keine Kriegserfahrung habe. Auch General David Petraeus, der im Sommer den Oberbefehl in Afghanistan übernahm, äußerte laut Woodward Vorbehalte gegen enge Mitarbeiter Obamas. Mit dessen ranghöchstem Berater, David Axelrod, spreche er nicht gerne, weil er ihn für einen “totalen PR-Mann“ (“Spin Doctor“) halte.

Woodward zitiert auch bislang nicht bekannte US-Geheimdienstinformationen. Demnach ist der afghanische Präsident Hamid Karsai manisch depressiv, die Krankheit werde mit Medikamenten behandelt.

Ein Sprecher Karsais, Wahid Omar, wies das in Kabul umgehend zurück. “Der Präsident ist sicher und gesund“, sagte Omar. “Ich kann bestätigen, dass er keine Medikamente nimmt.“ Das Zitat in dem Buch Woodwards sei eine “unbegründete, aufrührerische Äußerungen, die ihre Wurzeln in einer verleumderischen Kampagne gegen Präsident Karsais persönliche Integrität, Führung und seine Haltung in Angelegenheiten von nationalem afghanischen Interesse“.

Das ist Afghanistan

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Woodward ist einer der berühmtesten amerikanischen investigativen Journalisten. Zusammen mit Carl Bernstein deckte er Anfang der 70er Jahre die Watergate-Affäre auf, die den damaligen Präsidenten Richard Nixon zum Rücktritt zwang.

dapd

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