Studie: Immer mehr Iraner ignorieren Internet-Verbote

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Das Facebook-Logo spiegelt sich auf einem Tresen. Das Netzwerk ist im Iran verboten - und äußerst beliebt. Foto: Kay Nietfeld

Teheran (dpa) - Soziale Netzwerke im Internet sind im Iran zwar strikt verboten, doch ignorieren das immer mehr Menschen in der Islamischen Republik.

Nach einer aktuellen Studie der Internetabteilung des Kultusministeriums sind 53 Prozent der 80 Millionen Iraner Mitglied in mindestens einem der verbotenen sozialen Netzwerke. Bei der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen sind es sogar 72 Prozent, so die von den Medien am Montag veröffentlichte Studie. Selbst Präsident Hassan Ruhani und einige seiner Minister sowie viele Kleriker hätten verbotene Twitter- und Facebook-Konten.

Im Iran sind Tausende Internetseiten gesperrt, darunter auch die beiden im Land sehr beliebten sozialen Netzwerke Twitter und Facebook. Die Nutzer verschaffen sich aber Zugang über Datentunnel. Bis vor kurzem waren es gut 20 Millionen, nun seien es mehr als 43 Millionen, heißt es. Die längst gescheiterten Maßnahmen der Behörden, diese Netzwerke zu verbieten, werden daher nach Meinung von Beobachtern immer sinnloser. Die für die Verbote zuständigen Stellen ernten nicht nur Kritik, sondern auch sehr viel Sarkasmus. So wird gefragt, wie genau und in welchem Zeitrahmen die Internetpolizei die über 40 Millionen Iraner, die diesbezüglich gegen die Gesetze verstoßen haben, verhaften wolle.

Twitter-Seite des iranischen Präsidenten Hassan Ruhani, Persisch

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