Südkorea warnt den Norden vor weiteren Angriffen

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Südkoreas Präsident Lee Myung Bak hat das kommunistische Nordkorea deutlich vor weiteren Aggressionen gewarnt.

Seoul - Sechs Tage nach dem Angriff auf eine südkoreanische Insel hat Südkoreas Präsident Lee Myung Bak das kommunistische Nordkorea in scharfem Ton vor weiteren Aggressionen gewarnt.

Für jede weitere Provokation werde Nordkorea den Preis zahlen, sagte Lee am Montag in einer Fernsehansprache. Welche Art von Konsequenzen das sein könnte, führte Lee nicht weiter aus. Unterdessen setzten US-Streitkräfte ungeachtet der kriegerischen Drohgebärden Nordkoreas ihr gemeinsames Großmanöver mit südkoreanischen Einheiten im Gelben Meer fort.

“Militärische Schläge gegen Zivilisten sind ein unmenschliches Verbrechen, das selbst in Kriegszeiten geächtet ist“, sagte Lee. Er fühle sich dafür verantwortlich, den Verlust von Leben und Besitz durch den nordkoreanischen Angriff nicht verhindert zu haben.

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Bei dem Beschuss der Insel Yonpyong im Gelben Meer waren am Dienstag vergangener Woche zwei Soldaten und zwei Zivilisten getötet worden. Südkorea hatte das Artilleriefeuer erwidert. Den Vorwurf Nordkoreas, das südkoreanische Militär habe während eines Manövers nahe der umstrittenen Seegrenze zuerst auf nordkoreanisches Seegebiet geschossen, weist Seoul zurück.

Lee ging indes in seiner Rede nicht auf eine chinesische Vermittlungsinitiative vom Vortag ein. Er sagte aber, es sei schwierig zu erwarten, “dass Nordkorea von sich aus seine Atomwaffen und militärisches Abenteurertum aufgibt“. Er appellierte an die Südkoreaner, der eigenen Regierung und Militär zu vertrauen. Ein Umbau der Streitkräfte werde wie geplant durchgeführt.

Der Regierung und dem Militär war nach dem Angriff vorgeworfen worden, zu spät und zu lasch reagiert zu haben. Verteidigungsminister Kim Tae Young war deshalb am Freitag zurückgetreten.

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Durch den Zwischenfall waren die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel eskaliert. Um die Lage zu entschärfen, hatte die Führung in Peking am Sonntag multilaterale Krisengespräche unter Beteiligung der beiden koreanischen Staaten, der USA, Russlands, Japans und Chinas vorgeschlagen. Danach sollten die Chefunterhändler der sogenannten Sechs-Parteien-Gespräche über das nordkoreanische Atomprogramm Anfang Dezember in Peking zusammenkommen. Südkorea hatte jedoch zunächst zurückhaltend reagiert.

Bei dem gemeinsamen amerikanisch-südkoreanischen Manöver im Gelben Meer sollte es am Montag unter anderem um die Abwehr von Fernlenkwaffen und feindlichen U-Booten gehen. Die viertägigen Marine- und Luftwaffenübungen hatten am Sonntag unter Beteiligung von über 7000 Soldaten und mehr als zehn Kriegsschiffen, darunter der US- Flugzeugträger “George Washington“, begonnen. Das Manöver gilt als Demonstration militärischer Stärke der Verbündeten gegenüber Pjöngjang.

Das kommunistische Land hatte mit schweren Militärschlägen gedroht, sollte die Grenze zu nordkoreanischen Gewässern verletzt werden. Nordkorea, das die gemeinsamen Truppenmanöver der USA und Südkoreas stets als Provokation kritisiert, hatte am Samstag wegen des neuen Manövers vor unkalkulierbaren Folgen gewarnt.

dpa

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