Bürgerkrieg

Syrien: Immer mehr EU-Jugendliche bei Al-Kaida

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Ein Al-Kaida-Terrorist (Archivbild).

Berlin - Nachwuchs-Kämpfer für Al Kaida: Eine wachsende Zahl europäischer Jugendlicher kämpft an der Seite islamistischer Gruppen im syrischen Bürgerkrieg.

Etwa 1500 bis 2000 junge Menschen aus Europa hätten sich Schätzungen zufolge Al-Kaida-nahen Organisationen angeschlossen, erklärten am Donnerstag der französische Innenminister Manual Valls und seine belgische Kollegin Joëlle Milquet in Brüssel. Im Juni war ihre Zahl noch auf 600 geschätzt worden.

Unter den Jugendlichen sind demnach zwischen 100 und 150 Belgier. Von den mehr als 400 angeworbenen Franzosen halten sich derzeit 184 in dem Bürgerkriegsland auf. "14 Franzosen wurden in Syrien getötet, 80 sind zurückgekehrt und etwa 100 wollen dorthin aufbrechen", sagte Valls. Dass sich die Mehrzahl derjenigen, die in den Kampf gegen Syriens Präsident Baschar al-Assad ziehen, den mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbündeten Gruppen anschließe, sei "besonders besorgniserregend", erklärten die beiden Minister.

Top-Terrorristen der Al-Kaida

Top-Terrorristen der Al-Kaida

Die Innenminister mehrere EU-Länder, darunter auch Deutschland, trafen sich am Mittwochabend in Brüssel, um über das Problem zu diskutieren. Dabei ging es unter anderem darum, die Anwerbung von Kämpfern über das Internet zu verhindern.

Der syrische Bürgerkrieg hatte nach der Niederschlagung von Protesten gegen Assad im März 2011 begonnen. Schätzungen von Aktivisten zufolge wurden bisher mehr als 120.000 Menschen getötet. Millionen Syrer befinden sich auf der Flucht, viele wurden ins Ausland vertrieben.

Im Nordwesten Syriens wurde am Mittwoch ein irakischer Kameramann entführt und getötet. "Jasser Faisal al-Dschumaili ist der erste ausländische Journalist, der in einer der so genannten befreiten Zonen Syriens hingerichtet wurde", teilte die Organisation Reporter ohne Grenzen am Donnerstag mit. Der 34-Jährige sei von der Al-Kaida-nahen Gruppierung Islamischer Staat im Irak und der Levante auf dem Weg zur türkischen Grenze in der Region Idlib entführt worden. Al-Dschumaili arbeitete seit zehn Tagen im Auftrag eines spanischen Medienunternehmens in der Provinz Aleppo.

AFP

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