Syrische Panzer in Israel eingedrungen

Jerusalem - Drei syrische Panzer sind in die demilitarisierte Zone auf den Golanhöhen eingedrungen. Das teilten die israelischen Streitkräfte am Samstag mit.

Drei syrische Panzer sind am Samstag nach israelischen Angaben in die demilitarisierte Zone auf den Golanhöhen eingedrungen. Israel habe daraufhin bei der UN-Friedenstruppe in der Pufferzone Beschwerde eingelegt, teilte eine Sprecherin der Streitkräfte mit. Die Panzer sowie zwei gepanzerte Transportfahrzeuge seien wenige Kilometer von israelischen Stützpunkten entfernt vorbeigefahren, berichtete die Nachrichtenwebsite Ynet. Sie seien in das Dorf Bir Adscham eingedrungen und hätten sich an Kämpfen gegen syrische Rebellen beteiligt.

Zuvor seien bereits mehrere Mörsergranaten in der demilitarisierten Zone eingeschlagen, berichtete Ynet. Der Beschuss könnte der Auslöser für ein Feuer am Berg Hosek nahe der Grenze am Samstag gewesen sein.

Die relativ zurückhaltende Reaktion der israelischen Streitkräfte deutete darauf hin, dass sie die Panzer nicht als direkte Bedrohung wahrnahmen. Israel hatte die Golanhöhen im Sechstagekrieg 1967 erobert und später annektiert.

Zuvor hatten syrische Aufständische einen Luftwaffenstützpunkt im Norden des Landes angegriffen und sich schwere Gefechte mit Regierungstruppen geliefert. Die Rebellen hätten die Basis Taftanas in den frühen Morgenstunden angegriffen, berichtete die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Samstag. Die Kämpfe dauerten bis zum Nachmittag an.

Stützpunkt liegt an strategisch wichtiger Verbindungsstraße

Taftanas liegt nahe der strategisch wichtigen Landstraße zwischen der Hauptstadt Damaskus und der Wirtschaftsmetropole Aleppo. Auf dem Stützpunkt sind vor allem Hubschrauber stationiert.

In einem von Aktivisten im Internet veröffentlichten Video war zu sehen, wie Aufständische von einem Fahrzeug aus Raketen abfeuerten. Außerdem waren über Gebäuden aufsteigender Rauch und eine Startbahn zu erkennen. Das Video wirkte authentisch und deckte sich mit weiteren Berichten aus der Region.

Unter den Rebellen seien auch Angehörige der islamistischen Gruppe Dschabhat al Nusra gewesen, berichtete die Beobachtungsstelle. Die Mitglieder der vom Terrornetzwerk Al-Kaida inspirierten Organisation gelten als erfahrene und disziplinierte Kämpfer. In den vergangenen Monaten griffen sie immer wieder Stellungen der Streitkräfte im Norden des Landes an.

Mit der Offensive gegen Luftwaffenbasen versuchen die Rebellen offenbar, die Lufthoheit der syrischen Streitkräfte zu brechen. Zuletzt hatte die Luftwaffe ihre Angriffe erheblich ausgeweitet und dabei auch zahlreiche Zivilisten getötet.

dapd

Rubriklistenbild: © dpa

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