Keine Waffen für Assad: Deutscher Frachter dreht ab 

Istanbul - Syrische Aktivisten sollen eine große Waffenlieferung an das Regime von Präsident Baschar al-Assad verhindert haben.

Die Oppositionellen meldeten in der Nacht zum Samstag, die ägyptischen Behörden hätten einem Schiff mit Waffen für das Regime in Damaskus die Passage durch den Suez-Kanal gestattet. Der deutsche Frachter habe 7200 Tonnen mittlere und schwere Waffen sowie Munition an Bord gehabt. Er habe aus Dschibuti kommend am Freitag Kurs auf den syrischen Hafen Tartus genommen, wo es am Samstagmittag hätte eintreffen sollen. Am Samstag änderte die „Atlantic Cruiser“ jedoch nach Informationen von Ortungsdiensten ihren Kurs.

Die Waffen stammten vermutlich aus dem Iran und seien mit mehreren Schiffen nach Dschibuti gebracht worden, hieß es. Die ägyptischen Behörden dementierten den Bericht zunächst. Das Frachtschiff soll am Donnerstag im ägyptischen Hafen von Port Said gesehen worden sein. Angeblich gab der Kapitän den türkischen Hafen Iskenderun als Ziel an.

Die EU-Staaten haben wegen der brutalen Unterdrückung der Protestbewegung verschiedene Sanktionen gegen das Assad-Regime verhängt. Dazu gehört auch ein Waffenembargo. Der UN-Sicherheitsrat hat bislang keine Strafmaßnahmen beschlossen.

Im Januar war ein mit Munition aus Russland kommendes Schiff in Zypern aufgehalten worden. Es hatte seine Fahrt nach Syrien mit der Ladung an Bord jedoch später fortsetzen können, nachdem der Kapitän erklärt hatte, er werde einen anderen Hafen als zunächst vorgesehen ansteuern.

Bundesregierung prüft 

Eine Sprecherin des Wirtschaftsministerium sagte am Samstag auf Anfrage in Berlin, die Bundesregierung gehe selbstverständlich allen Hinweisen auf mögliche Verstöße gegen das Waffenembargo nach. Dabei nutze sie alle Einflussmöglichkeiten.

Nach derzeitiger Kenntnis der Bundesregierung handelt es sich bei dem Frachter um das Schiff eines deutschen Eigentümers. Dieses sei von der Reederei verchartert worden. Das Charter-Unternehmen wiederum habe das Schiff unter die Flagge eines Drittstaates gestellt. Einzelheiten des Sachverhaltes seien derzeit noch nicht bekannt.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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