Syrische Soldaten schießen auf Flüchtlinge

Beirut - Syrische Soldaten haben nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten am Montag auf eine Gruppe von Flüchtlingen geschossen, die in die Türkei wollten.

Eine Frau und ihr Sohn seien dabei verwundet worden, sagte ein Sprecher der Örtlichen Koordinationskomitees, Omar Idilbi. Seine Organisation sei von Augenzeugen und Aktivisten über den Zwischenfall informiert worden. Demnach sei mehreren Dutzend Personen die Flucht in die Türkei geglückt. Syrische Sicherheitskräfte hätten aber auch mehrere Flüchtlinge festgenommen. Unterdessen wächst unter den vor den Sicherheitskräften des syrischen Staatschefs Baschar al-Assad in die Türkei geflohenen Syrern die Unruhe. Einige von ihnen riefen am Montag zu einem Hungerstreik auf, um eine bessere Versorgung zu erreichen. Die türkischen Behörden, die sich bislang allein um die Flüchtlinge in der Grenzprovinz Hatay kümmern, sollten auch anderen Hilfsorganisationen Zugang zu den Lagern verschaffen. Einer der Organisatoren des Hungerstreiks sprach zudem von wachsendem Druck zur Rückkehr “von innen und von außen“.

Ein syrischer Helfer in der Türkei erklärte, die Lage in den Lagern sei angespannt, weil sich in den vergangenen zwei Wochen etliche Mitarbeiter des syrischen Geheimdienstes unter die Flüchtlinge gemischt hätten. Diese stifteten Unruhe und gäben Informationen nach Damaskus weiter. Nach seinen Informationen seien seit Beginn der Krise insgesamt rund 4500 Flüchtlinge wieder nach Syrien zurückgekehrt. Die türkische Nachrichtenagentur Anadolu meldete am Montag, die Zahl der Flüchtlinge, die zwischenzeitlich bei über 11.000 gelegen hatte, sei inzwischen auf 9900 gesunken.

Eine syrische Menschenrechtsorganisation meldete, die Sicherheitskräfte hätten am Sonntagabend eine Protestkundgebung gegen das Assad-Regime im Umland von Damaskus mit Gewalt beendet. Zwei Demonstranten seien getötet worden. Acht Menschen erlitten den Angaben zufolge Verletzungen.

Der Nachrichtensender Al-Dschasira veröffentlichte ein Amateurvideo, auf dem ein Scharfschütze zu sehen ist. Der Film endet abrupt - wahrscheinlich weil der “Kameramann“ von einer Kugel getroffen wurde. Die Aufnahme soll am vergangenen Freitag in der Stadt Homs entstanden sein. Bewohner von Homs hatten an diesem Tag berichtet, Scharfschützen hätten von den Dächern der Häuser geschossen, darunter auch Ausländer. Nach bislang unbestätigten Berichten der Opposition sollen Milizionäre aus dem Libanon, dem Iran und dem Irak nach Syrien gekommen sein, um dem Regime bei der Niederschlagung des bislang noch weitgehend friedlichen Aufstandes zu helfen.

dapd

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