Terrorhelfer: Bundesanwaltschaft erhebt Anklage

Karlsruhe - Sie sollen den Heiligen Krieg unterstützt haben: Jetzt hat die Bundesanwaltschaft Anklage gegen drei mutmaßliche islamistische Terrorhelfer vor dem Oberlandesgericht Berlin erhoben.

Die zwei 21- und 31-jährigen Männer sowie eine 28- jährige Frau sollen die terroristischen Vereinigungen Islamische Jihad Union (IJU), Deutsche Taliban Mujahideen (DTM) und Al-Kaida unterstützt haben, wie die Anklagebehörde am Mittwoch in Karlsruhe mitteilte. Von November 2009 bis Februar 2010 sollen die deutschen Staatsangehörigen und in Deutschland lebenden Angeschuldigten die Organisationen mit rund 4300 Euro für ihren terroristischen “Dschihad“ (“Heiliger Krieg“) unterstützt haben.

Radikalislamische Videos verbreitet

Der 21-Jährige sowie die 28-Jährige sollen außerdem im Internet Propagandamaterial wie radikalislamische Videos verbreitet haben. Damit sollten neue Mitglieder oder Unterstützer für die IJU und die DTM gewonnen werden. Die 28-Jährige soll mehr als 1000 Videos, Beiträge und Kommentare in das wichtigste deutschsprachige islamistische Internetforum eingestellt haben.

In sechs dieser Beiträge wurden Muslime aus dem deutschsprachigen Raum aufgefordert, sich dem “Dschihad“ anzuschließen oder die terroristischen Vereinigungen zu unterstützen. Außerdem sei sie Mitautorin von zwei Propagandatexten der DTM gewesen, und habe diese Anfang 2010 im Namen der Terrororganisation über deutschsprachige Internetforen verbreitet.

Ziel: Islamisches Emirat in Afghanistan errichten

Die IJU und der DTM verfolgen nach Angaben der Bundesanwaltschaft das Ziel, Afghanistan von westlichem Einfluss zu befreien und in dem Land ein Islamisches Emirat zu errichten. Sie bekämpften deshalb mit Terroranschlägen vor allem afghanische Regierungstruppen und Mitglieder der internationalen NATO-Schutztruppe ISAF. Wegen der Beteiligung der Bundeswehr an dem Militäreinsatz der NATO ist auch Deutschland ins Visier dieser Organisationen geraten.

Beide Vereinigungen seien auf Geld angewiesen, um ihre Kämpfer mit Waffen, Sprengstoffen und Kommunikationsmitteln auszustatten oder Terrorcamps aufrechtzuerhalten. Der Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs hatte am 21. Februar Haftbefehl gegen die Angeschuldigten erlassen. Der 21-Jährige sowie die Frau sitzen seitdem in Untersuchungshaft. Nach dem 31- Jährigen wird gefahndet. Sein Haftbefehl war zwischenzeitlich außer Vollzug gesetzt worden.

dpa

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