Thailand: General durch Kopfschuss verletzt

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In dem von Demonstranten besetzten Geschäftsviertel von Bangkok ist am Donnerstag ein thailändischer General schwer verletzt worden. Ein Scharfschütze hatte ihn am Kopf getroffen.

Bangkok - In dem von Demonstranten besetzten Geschäftsviertel von Bangkok ist am Donnerstag ein thailändischer General schwer verletzt worden. Ein Scharfschütze hatte ihn am Kopf getroffen.

In dem von Demonstranten besetzten Geschäftsviertel von Bangkok ist am Donnerstag ein thailändischer General schwer verletzt worden, der sich auf die Seite der Regierungsgegner geschlagen hatte. Ein Scharfschütze habe Generalmajor Khattiya Sawasdiphol in den Kopf getroffen, berichtete ein Mitarbeiter des Generals.

Regierung setze auf Blockade und Abriegelung

Die Streitkräfte hatten zuvor angekündigt, das Viertel abzuriegeln und notfalls mit scharfer Munition gegen die sogenannten Rothemden vorzugehen. Nur eineinhalb Stunden bevor er niedergeschossen wurde, sagte Khattiya der Nachrichtenagentur AP, er erwarte, dass das Militär bald gegen die Demonstranten vorgehen werde. Die Truppen würden entweder während der morgendlichen oder abendlichen Dämmerung vorgehen, sagte er. Kurz nach Sonnenuntergang wurde Khattiya dann niedergeschossen.

Er wurde in ein Krankenhaus gebracht. Ein Reporter des Fernsehsenders TNN berichtete, in dem besetzten Stadtviertel sei der Strom ausgefallen. Schon zuvor hatten sich die Spannungen deutlich verschärft. Die Regierung setze gegen die seit zwei Monaten ausharrenden “Rothemden“ auf Blockade und Abriegelung, sagte Militärsprecher Sansern Kaewkamnerd. Panzer und Scharfschützen würden zusammengezogen.

Vorgezogene Neuwahlen

Die Soldaten würden zunächst Gummigeschosse, bei Angriffen aber auch scharfe Munition gegen “Terroristen“ einsetzen. Khattiya gehörte zu denjenigen, die von der Regierung als “Terroristen“ bezeichnet wurde. Er wurde für einige der Gewalttaten der jüngsten Zeit verantwortlich gemacht, es gibt einen Haftbefehl gegen ihn. Khattiya hatte sich zuletzt aber auch kritisch über einige Führer der Demonstranten geäußert, die bereit waren, auf den Vorschlag der Regierung zur Beilegung der Krise einzugehen.

Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva hatte angeboten, für den Herbst eine vorgezogene Neuwahl anzusetzen. Außerdem erklärte er sich bereit, dass die Polizei seine Rolle und die seines Stellvertreters Suthep Thaugsuban bei den blutigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften am 10. April untersucht. Bislang kamen nach Regierungsangaben 29 Menschen ums Leben, mehr als 1.400 wurden verletzt. Der Regierung hat sein Angebot inzwischen aber wieder zurückgezogen, weil die Demonstranten ihre Proteste fortsetzten.

DAPD

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